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Torka, Schirmer, Fischer, Ohlenschläger, Schumann

Foto: Marco Kneise/Funke Foto Services/imago
Beinahe 100 Jahre alt: Erika Schirmer

Das Ehrenzeichen der Deutschen Volkspolizei und mehr erhielt Horst Torka im Kollektiv, als er in den sechziger Jahren im DFF den Leutnant Timm in der populären Reihe »Blaulicht« (Vorläufer von »Polizeiruf 110«) verkörperte. Ab 1948 hatte der junge Schlesier in Weimar Schauspiel studiert und ging dann ans Berliner Maxim-Gorki-Theater. Zugleich übernahm er kleine Film- und Fernsehrollen, wurde in der Kinderfernsehreihe um den »Bahnhof Puppenstadt« als Teddy beliebt. Ab 1959 brachte ihm die Reihe »Blaulicht« (29 Folgen) den Durchbruch. Als die Reihe auslief, übernahm er ab 1971 im Bildungsfernsehen eine Hauptrolle in »Deutsch für Ausländer«. Da gab es einen Zwischenfall, als er seine Partnerin Renate Heymer im Spiel versehentlich böse fallen ließ und sie nicht mehr mitmachen konnte. Torka hat bis zum Ende der DDR in vielen Hörspielen mitgewirkt, starb 2005 und wäre am Donnerstag 100 Jahre alt geworden.

Dieses Alter erreicht Erika Schirmer am Freitag und ist noch immer kreativ tätig. Die Autorin, Komponistin und Scherenschnittkünstlerin hat ein Lied geschrieben, das in der DDR zum Volkslied wurde: »Kleine weiße Friedenstaube« kann wohl jeder singen, der vor 1989 geboren wurde. Es ist nicht das einzige, aber das bekannteste Lied, das Schirmer 1949 noch als Kindergärtnerin geschrieben hat. Die gebürtige Schlesierin verschlug es ins thüringische Nordhausen, wo sie bis heute lebt. Sie wurde Grundschullehrerin und Sonderpädagogin. Ihre Gedichte erschienen in Büchern und Zeitungen. Ihre Scherenschnitte wiederum stehen an ihrem Geburtstag im Mittelpunkt einer Ausstellung in Weimar. Das Lied von der Friedenstaube, zu dem sie durch die berühmte Zeichnung von Picasso angeregt wurde, lebt weiter: Tino Eisbrenner, Dirk Michaelis und Marianne Rosenberg haben es in je eigenen Fassungen veröffentlicht.

Das noch immer aktuelle Lied hat vielleicht auch Veronika Fischer gesungen? Als Kind in Thüringen bestimmt! Nach dem Musikstudium in Dresden arbeitete sie mit einigen der größten Könner zusammen, mit Franz Barztsch, Thomas Natschinski, Reinhard Lakomy und anderen. Mit Titeln wie »Auf der Wiese«, »Dass ich eine Schneeflocke wär« und »Sommernachtsball« wurde sie mit millionenfach verkauften Platten eine der beliebtesten Popsängerinnen der DDR. Ihre Abschiedstournee im vergangenen Jahr musste ausfallen – die Gesundheit erlaubt es ihr nicht mehr, live zu singen. Kleinere Veranstaltungen will sie aber auch nach ihrem 75. Geburtstag am Dienstag noch absolvieren.

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Das gehobene Kabarettchanson war die Stärke von Ingrid Ohlenschläger, die am Montag vor 100 Jahren in einem belarussischen Dorf zur Welt kam. In Berlin machte sie erste Schritte als Fernsehansagerin, wurde fürs Kabarett »Die Distel« entdeckt und war auch in einem Dutzend Defa-Kurzfilmen der Reihe »Stacheltier« urkomisch. Nachdem sie nach einem Auslandsaufenthalt 1965 nicht in die DDR zurückgekehrt war, geriet die Nationalpreisträgerin hier bald in Vergessenheit und starb 1999.

Das war das Jahr, in dem Kai Schumann seine erste Filmrolle als junger Magnus Hirschfeld in »Der Einstein des Sex« bei Rosa von Praunheim spielte. Praunheim gab Schumann 2022 auch die Rolle des alt gewordenen Helden in »Rex Gildo – Der letzte Tanz«. Als Sohn eines syrischen DDR-Studenten kam er vor 50 Jahren am 28. Juli in Dresden zur Welt, studierte in Berlin und wurde ab 2008 als smarter Dr. Kaan in der RTL-Serie »Doctor’s ­Diary« recht bekannt. Inzwischen konnten wir ihn auch als Kriminalhauptkommissar in der ZDF-Serie »Heldt« (2013–2021) bewundern.

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Erschienen in der Ausgabe vom 29.07.2026, Seite 10, Feuilleton

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