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Mehr Kampfjets, mehr Zerstörung
Iran-Krieg: USA verlagern immer mehr Flugzeuge an den Golf. Auch Israel könnte sich wieder an den Angriffen beteiligen
Donald Trump will angeblich die Kriegführung gegen Iran ausweiten, wie israelische Medien schon in der vorigen Woche gemeldet haben. Unklar sei aber, wann die nächste Phase der Operationen beginnen solle und welches Niveau gesteigerter militärischer Aktivitäten der US-Präsident letztlich anordnen werde, hieß es am Donnerstag in der rechten, regierungsnahen englischsprachigen Tageszeitung Jerusalem Post. Dass Trump unberechenbar ist und seine Absichten sogar im Laufe von nur einem Tag starken Schwankungen unterworfen sein können, ist weltweit bekannt.
Ebenfalls am Donnerstag reagierte der Sprecher des iranischen militärischen Hauptquartiers, Ebrahim Zolfaghari, mit der Ankündigung, alles, was in der Region »dank der iranischen Zurückhaltung« an Infrastruktur noch übrig sei, werde »unter den stählernen Schlägen der mächtigen Streitkräfte der Islamischen Republik zerschmettert werden, so dass von ihnen keine Spur bleibt«, falls Trump seine »leeren und hohlen« Drohungen in die Tat umsetzen sollte. Der Militärsprecher bezog sich dabei offenbar auf Äußerungen des US-Präsidenten, der dem rechten US-Sender Fox News vergangenen Dienstag gesagt hatte: »Nächste Woche kommen die Kraftwerke. Nächste Woche kommen die Brücken. Wir schlagen all ihre Kraftwerke zusammen, wir schlagen all ihre Brücken zusammen, wenn sie nicht an den Verhandlungstisch kommen.«
Viele US-Medien, darunter die New York Times und das Wall Street Journal, berichteten am Sonntag, dass die USA dabei seien, die Zahl ihrer Kampfflugzeuge im Nahen und Mittleren Osten zu vergrößern. Von der Luftwaffenbasis Spangdahlem in der Eifel würden Kampfjets vom Typ F-16, vom Stützpunkt Lakenheath der britischen Royal Air Force Düsenjäger vom Typ F-35 in die Region rund um den Iran verlegt. Die Entscheidung dazu sei schon getroffen worden, bevor am Freitag mindestens zwei US-Soldaten bei einem iranischen Angriff mit Raketen und Drohnen auf einen Luftwaffenstützpunkt in Jordanien getötet wurden. Auch Israel scheint sich auf ein erneutes direktes Eingreifen in den Angriffskrieg gegen Iran vorzubereiten, meldeten israelische Medien am Sonntag. »Dutzende« Auftankflugzeuge seien aus den USA angeliefert und auf Flugplätzen des Landes stationiert worden.
Trotzdem bemühte sich US-Außenminister Marco Rubio auf einer Pressekonferenz am Sonntag, die Konfrontation verbal zu mildern: Die täglichen Luftangriffe der USA in der vorigen Woche hätten nur das Ziel gehabt, iranische Übergriffe gegen die internationale Handelsschiffahrt in der Straße von Hormus zu beenden. Auf eine Frage, ob das am 17. Juni von den Präsidenten beider Länder unterzeichnete Memorandum of Understanding, das unter anderem auch eine Waffenruhe »an allen Fronten, einschließlich Libanons« garantieren soll, »tot« sei, antwortete Rubio, Iran halte sich nicht daran. Die USA blieben aber »immer offen für eine diplomatische Lösung«. Die Regierung in Teheran sende zwar »direkt und über vielfältige Vermittler« Signale, dass sie Gespräche und Verhandlungen wünsche, aber die USA müssten auf Irans tatsächliches Verhalten antworten, das darin bestehe, Raketen und Drohnen auf Schiffe abzuschießen. »In ihrem eigenen System« gebe es offenbar eine »zunehmende Spaltung« zwischen denen, die aufgrund der wirtschaftlichen Lage des Landes nach einem Ausweg suchten, und anderen, deren Sicht auf das Leben und die Welt »sehr militant« sei.
Einige Medien meldeten am Montag, das für die Region zuständige Kommando Mitte (Centcom) der US-Streitkräfte habe »nach neun Nächten in Folge seine erneute nächtliche Angriffswelle auf Ziele im Iran nach eigenen Angaben beendet«. Das ist jedoch unrichtig. Wenn man den genauen Wortlaut der gemeinten Pressemitteilung des Centcom vom Sonntag betrachtet, steht dort nur, dass »der neunte aufeinander folgende Angriffsabend erfolgreich abgeschlossen« worden sei. Ziele seien »militärische Kommandozentralen, Anlagen der Luftverteidigung und der Küstenüberwachung, maritime Potentiale, Kommunikationsnetzwerke sowie Raketen- und Drohnenabschussanlagen«. Dass auch zahlreiche Objekte der zivilen Infrastruktur angegriffen wurden, ist nicht Gegenstand der Pressemitteilung.
Zu diesen Objekten gehört iranischen Darstellungen zufolge ein im Bau befindliches Atomkraftwerk bei Darkhovin in der südwestlichen Provinz Chuzestan. In der Nacht zum Sonntag seien darauf mehrere Geschosse abgefeuert worden, berichtete der Sprecher des Außenministeriums, Esmail Baghaei, am Montag auf seiner allwöchentlichen Pressekonferenz. Er forderte zugleich die Internationale Atomenergiebehörde IAEA und namentlich deren Generaldirektor Rafael Grossi auf, den »terroristischen und widerrechtlichen« US-Angriff ausdrücklich zu verurteilen. Damit tut sich die IAEA regelmäßig schwer. Ebenfalls am Montag kündigte der für Rechtsfragen und internationale Angelegenheiten zuständige Außenminister Kasem Gharibabadi an, dass Iran nach dem Angriff auf die AKW-Baustelle »angemessene Maßnahmen zur Verteidigung seiner nationalen Interessen und seiner Sicherheit« unternehmen werde.
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