Endspiel des Tages: WM-Finale 2030
Das Endspiel der Fußball-WM der Herren in Nordamerika ist noch nicht vorüber, da hat bereits der Streit um das Finale 2030 begonnen. Das wollen nämlich zwei der insgesamt vier von der FIFA auserkorenen Gastgeber unbedingt selbst austragen: die benachbarten Königreiche Spanien und Marokko. Am Sonnabend befragte die spanische Sportzeitschrift AS den heimischen Verbandschef Rafael Louzán, der – klar – soeben in New York weilte. Louzán meinte zwar, dass er »auf dieses Thema« im Moment nicht eingehen könne. Doch zugleich gab er sich optimistisch: »Ich habe absolut keine Zweifel daran, dass es keinen Grund gibt, warum Spanien nicht das große Finale der Jubiläums-WM ausrichten sollte«, so der Fußballfunktionär. Schließlich habe Spanien bei dem Projekt »faktisch die Federführung« und trage »55 Prozent der Last«.
Marokkanische Medien reagierten prompt pikiert auf Louzáns Statement und beriefen sich auf den eigenen Verbandspräsidenten Fouzi Lekjaa. Der verweist laut der Infoseite Yabiladi darauf, »dass die Auswahl des Stadions für das Finale auf objektiven, von der FIFA festgelegten Kriterien basieren werde, insbesondere auf der Sitzplatzkapazität, der Qualität der Infrastruktur sowie den technischen und organisatorischen Anforderungen«. Da werde aber das noch in Bau befindliche »Große Stadion Hassan II.« bei Casablanca mit seinen geplanten 115.000 Plätzen das Santiago-Bernabéu-Stadion in Madrid mit seinen lediglich 85.000 Plätzen weit in den Schatten stellen. Aber gibt es in Marokko überhaupt ein Publikum für solche Riesenbauten? Die marokkanischen Jugendlichen der »Gen Z«, die im vergangenen Herbst ihren Protest gegen unhaltbare soziale Zustände auf die Straßen trugen, haben zudem erst einmal funktionierende Schulen und Krankenhäuser gefordert. Doch Größenwahn ist aus Sicht der FIFA bekanntlich kein Ausschlusskriterium.
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