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Journalist Lmrabet in Marokko verhaftet
Sahrauischer Gefangener Asfari wegen Hungerstreiks in Lebensgefahr
Diese Gelegenheit konnten sich Marokkos Repressionsorgane nicht entgehen lassen. Am Sonntag ging ihnen auf dem Flughafen in Tanger ein großer Fisch ins Netz: der Journalist Ali Lmrabet. Im Anschluss sei er laut der Nachrichtenseite Yabiladi zur Vernehmung nach Casablanca gebracht worden. Der in Barcelona im Exil lebende Lmrabet wird beschuldigt, Falschinformationen in Umlauf gebracht zu haben, was zu diversen Klagen geführt habe.
Lmrabet ist ein »rotes Tuch« für Marokkos Herrschende. Ende der 1990er Jahre hatte er zu einem Kreis von Medienschaffenden gezählt, die die damals beliebte Parole von der »Alternance« oder dem »Übergang« von der tyrannisch regierenden Monarchie zur Demokratie ernst nahmen. Die von ihm gegründete Zeitschrift Demain wurde aber rasch verboten und Lmrabet inhaftiert. Auch wurde ihm für viele Jahre untersagt, erneut journalistisch tätig zu werden. Das tat er aber seit 2003 von Spanien aus dennoch.
Zuletzt hatte Lmrabet immer wieder auf die Situation hingewiesen, in der sich Mohammed Ziane befindet. Der über 80jährige frühere marokkanische Menschenrechtsminister befindet sich seit 2022 in Haft – und muss aufgrund seiner angeschlagenen Gesundheit um sein Leben fürchten, was nun auch für Lmrabet gilt. Ganz ähnlich wie diesem werden Ziane Vergehen angelastet, von denen die meisten auf »Kritik am System« hinauslaufen.
Ein weiterer politischer Gefangener befindet sich in Marokko zudem in akuter Lebensgefahr: der sahrauische Aktivist Naâma Asfari, der seit 2010 inhaftiert ist. Asfari hatte Anfang Juni aus Protest gegen seine Haftbedingungen einen unbefristeten Hungerstreik begonnen. Um seine sofortige Freilassung zu erwirken, die auch die UNO fordert, haben Angehörige und Unterstützer auf der Plattform Avaaz.org eine Unterschriftenaktion gestartet.
→ Petition: kurzlinks.de/Avaaz-Asfari
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