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Westsahara-Konflikt

Sahrauis sollen Spanier werden

Regionalpartei Más Madrid treibt Initiative voran

Foto: Matias Chiofalo/Europa Press/imago
Im November 1975 verriet Spanien die Sahrauis an Marokko und Mauretanien. Seitdem hat sich Madrid um die Verantwortung für seine frühere Kolonie Westsahara gedrückt (Madrid, 15.11.2025)

In Spanien tut sich etwas für die Sahrauis. Wie am Mittwoch bekanntwurde, wird die Sozialdemokratin Francina Armengol die erste Parlamentspräsidentin sein, die Kinder aus den sahrauischen Flüchtlingslagern bei der algerischen Wüstenstadt Tindouf, die am jährlichen Programm »Ferien im Frieden« (Vacaciones en Paz) teilnehmen, im Parlament in Madrid persönlich begrüßen wird. Der Empfang ist für den 15. Juli geplant, wie die Onlinezeitung Público berichtete. Den ersten Austausch dieser Art gab es bereits 1979, er wurde von der Kommunistischen Partei Spaniens (PCE) ins Leben gerufen. Tausende sahrauische Kinder werden dabei für die in der Steinwüste Hamada bei Tindouf unerträglich heißen Sommermonate von Gastfamilien aufgenommen. Das Programm gibt es auch in Frankreich und Italien; in Deutschland war es während der Coronapandemie zum Erliegen gekommen.

Auch sonst kommt Spanien – das nach dem Völkerrecht streng genommen nach wie vor verantwortlich für seine frühere Kolonie Westsahara, damals »Spanische Sahara« genannt, ist, aus der es aber 1975 abzog – den Sahrauis entgegen. Nachdem die Linksregierung in Madrid im April beschlossen hatte, Hunderttausenden Menschen ohne gültige Papiere eine befristete Aufenthaltsgenehmigung zu erteilen, soll nun endlich auch der Status der Sahrauis in Spanien geregelt werden. So beschloss der Rechtsausschuss des Parlaments am Dienstag, einen Gesetzentwurf freizugeben, nach dem frühere Einwohner der Kolonie und ihre Nachkommen automatisch die spanische Staatsbürgerschaft erhalten. Schließlich galten die Sahrauis als Spanier, bevor ­Madrid 1975 beschloss, das Gebiet der Willkür der reaktionären Nachbarstaaten Marokko und Mauretanien zu überlassen – bis heute hält Marokko zwei Drittel des Landes illegal besetzt.

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Eingebracht worden war die Gesetzesvorlage von der linken Regionalpartei Más Madrid, zu der auch die Abgeordnete Tesh Sidi gehört, die sahrauische Wurzeln hat und als Kind über das »Ferien im Frieden«-Programm aus Tindouf nach Spanien gekommen war. Die Initiative war von der Regierungskoalition lange verschleppt worden. Insbesondere die sozialdemokratische Partei PSOE, deren balearischem Ableger Parlamentspräsidentin Armengol angehört, hat sich immer wieder hinter Rabat und gegen die Sahrauis gestellt. Doch Mitte Juni hatte Más Madrid eine Unterschriftenkampagne zur Unterstützung der Einbürgerungsinitiative gestartet, in der die Partei auch darauf verwies, dass ein breites Spektrum von der linken Oppositionskraft Podemos bis zur rechten Volkspartei (PP) die Sahrauis unterstützt. Am 23. Juli soll nun endgültig im Parlament über das Einbürgerungsgesetz entschieden werden.

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Erschienen in der Ausgabe vom 03.07.2026, Seite 6, Ausland

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