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Marokkos Eliten im Drogensumpf
Hohe Haftstrafen für frühere Politiker der mitregierenden PAM
In Marokko ist am Donnerstag im Fall des sogenannten Escobars der Sahara ein weiteres Urteil ergangen. Wie die Infoseite Yabiladi berichtete, hat ein Gericht in Casablanca in erster Instanz zwei hohe Freiheitsstrafen ausgesprochen: Saïd Naciri, Expräsident des Fußballklubs Wydad Athletic (WAC) und früherer Abgeordneter der in Rabat mitregierenden Partei für Authentizität und Modernität (PAM), erhielt zehn Jahre Haft, Abdenbi Bioui, ehemaliger Präsident des Regionalrats der Region Oriental und ebenfalls Ex-PAM-Mitglied, zwölf Jahre.
Der Fall hatte 2015 mit einer Drogenrazzia begonnen. Dabei wurden mehrere Lkw sichergestellt, die tonnenweise Haschisch geladen hatten, das in die EU geschmuggelt werden sollte. Zugelassen waren die Lastwagen auf den Malier Ahmed Ben Brahim, der offensichtlich der »Pate« hinter den Drogengeschäften war und deswegen auch »Sahara-Escobar« genannt wird. Er wurde 2019 in Casablanca verhaftet und darauf zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt.
Betrieben wurden die Lastwagen aber nicht von Ben Brahim. Vielmehr hatte dieser seine Lkw-Flotte marokkanischen Geschäftspartnern übergeben. Diese sollen die Fahrzeuge allerdings nicht umgemeldet haben, so dass die Polizei unmittelbar auf die Spur Ben Brahims gelangte. Als dieser dann hinter Gittern mitbekam, wie seine Expartner die Gelegenheit nutzten, um sein Vermögen auf sich zu überschreiben oder zu verhökern, beschloss er, diese auffliegen zu lassen. Darauf wurden rund 25 Personen festgenommen, darunter Naciri und Bioui.
Das ganze Ausmaß des Skandals dürfte allerdings längst nicht aufgedeckt sein. Das zeigt der Fall des Journalisten Hamid El Mahdaoui. Der hatte 2023 auf Youtube gemutmaßt, dass auch der Justizminister und PAM-Chef Abdellatif Ouahbi von den Drogengeschäften gewusst haben könnte. Darauf wurde Mahdaoui 2024 wegen Verleumdung zu 18 Monaten Haft und einer Entschädigung von umgerechnet 140.000 Euro verurteilt – eine Warnung an alle, die es wagen, Licht in die Machenschaften der herrschenden Klasse Marokkos zu bringen.
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