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Schlagabtausch

Deutscher Botschafter in Moskau einbestellt

Foto: Kay Nietfeld/dpa
Auch als Botschafter ein Mann des Konfrontationskurses: Alexander Graf Lambsdorff, hier nach der Amtseinführung des neuen BND-Präsidenten in Berlin (11.9.2025)

Moskau. Der deutsche Botschafter in Russland Alexander Graf Lambsdorff ist ins russische Außenministerium einbestellt worden. Das Ministerium informierte am Montag in sozialen Netzwerken über die Einbestellung, nannte aber zunächst keinen Grund. Lambsdorff verabschiedet sich an diesem Dienstag aus Moskau, um seinen neuen Posten als Botschafter in Israel anzutreten. Neuer deutscher Botschafter in Russland wird Clemens von Goetze.

Zuvor war am Montag in Berlin der russische Botschafter ins Auswärtige Amt einbestellt worden. Ihm wurden nach Angaben des Auswärtigen Amts Vorhaltungen wegen angeblicher russischer Cyberangriffe gemacht.

Nach dem Gespräch mit Lambsdorff warf das russische Ministerium in einer Stellungnahme Berlin eine Beteiligung an ukrainischen Angriffen auf zivile Infrastruktur in Russland vor. Der Vorwurf bezieht sich demnach auf Waffenlieferungen und deutsch-ukrainische Rüstungskooperationen. Das Ministerium bezeichnete zudem Versuche Deutschlands als nicht hinnehmbar, Drittstaaten wie China vorzuschreiben, wie sie ihre Beziehungen zu Russland gestalten. Berlin hatte kürzlich den chinesischen Botschafter nach Berichten in westlichen Medien über die angebliche Ausbildung russischer Soldaten in China einbestellt.

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Am Schluss der Mitteilung verwies das russische Außenministerium darauf, dass der deutsche Botschafter Russland mit dem Auto verlassen werde. »Wir stellten fest, dass dies die zuvor erschienene unverschämte Veröffentlichung der Pressestelle der deutschen Botschaft zur Kraftstofflage in der russischen Hauptstadt widerlegt«, schrieb das Ministerium. In einem vergangene Woche bei Instagram veröffentlichten Videoclip hatte die Botschaft mit einem Verweis auf die schlechte Treibstofflage Moskau aufgefordert, den Krieg in der Ukraine zu beenden.

Die deutsche Botschaft in Moskau bestätigte in einer Mitteilung, dass der Anlass für das Gespräch das Video der Botschaft zur »Benzinkrise« war. Demnach kritisierte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, die Öffentlichkeitsarbeit der Botschaft. »Der Versuch, sachlich zutreffende Öffentlichkeitsarbeit der deutschen Botschaft zu unterbinden, läuft ins Leere«, schrieb die diplomatische Vertretung. Die Botschaft werde weiter die Forderung Deutschlands und der Europäischen Union nach einem Ende des »schrecklichen Angriffskrieges gegen die Ukraine« vertreten. (dpa/jW)

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Erschienen am 14.07.2026, Ausland

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