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Fußballweltmeisterschaft

Schikane gegen Irans Nationalteam

WM: Remis im ersten Spiel tröstet kaum über Umstände in den USA hinweg

Foto: Andre Penner/AP/dpa
Das erste Tor für Iran in diesem Turnier: Ramin Rezaeian (23) feiert am Montag den Treffer gegen Neuseeland (Los Angeles)

Es sind ohnehin schwierige Bedingungen, unter denen die iranische Herrenauswahl diese Fußballweltmeisterschaft bestehen muss. Nach Querelen über nicht erteilte Visa für die USA, in denen die meisten Spiele ausgetragen werden, und der Verlegung des Trainingscamps ins mexikanische Tijuana folgte nach dem ersten Match am Montag gegen Neuseeland in Los Angeles der nächste Eklat. Statt wie geplant erst am Dienstag morgen – nach einem Regenerationstraining – die Rückreise antreten zu müssen, wurde dies noch am Spieltag, den die Mannschaft mit einem Unentschieden beendete, notwendig. »Sie haben gesagt, wir müssen sofort gehen«, sagte Trainer Amir Ghalenoei. »Wir sind sehr verstört darüber. Wir wissen nicht, warum sie uns zurückschicken, ehrlich gesagt. Es wirkt komisch. Es wirkt, als machen andere die Pläne für uns.« Frustriert konstatierte er: »Wir sind das am meisten unterdrückte Team der Welt.«

Nach dem Spiel gab es gleich die nächsten Probleme: Laut IRNA hatten Mannschaftskapitän Mehdi Taremi und ein Mitarbeiter beim Abflug aus L. A. nicht genauer beschriebene »Schwierigkeiten«. Zudem lief das Visum des Mittelfeldspielers Mehdi Torabi ab, weil ihm anders als seinen Teamkollegen nur eine einmalige Einreise erlaubt worden war. Zwar habe FIFA-Boss Gianni Infantino versucht zu helfen, aber es gehe auch um andere Dinge, machte sich Taremi Luft: zum Beispiel um das Fehlen des kompletten Medienteams oder des Verbandschefs, die kein US-Visum erhalten hatten. »Diese Leute sind wichtig für uns«, sagte Taremi. »Das ist ein Desaster.« Der iranische Fußballverband bemüht sich nun darum, ein neues Visum für Torabi zu erhalten.

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Trotz anfänglicher Pfiffe während der iranischen Nationalhymne blieb eine politische Eskalation während des Spiels aus. Die FIFA hatte im Stadium sogar per Gerichtbeschluss das Recht, die »Löwe und Sonne«-Flagge der Schah-Herrschaft einzukassieren – immer wieder waren Ordner bei entsprechenden Maßnahmen zu sehen. Die repressive Monarchie hat viele Anhänger unter kalifornischen Exiliranern. Aber auch die aktuelle Flagge der Islamischen Republik war präsent. Am Sonntag soll die iranische Mannschaft in Los Angeles auf Belgien treffen. Teamkapitän Taremi hofft, dass sich die Situation für die kommenden Spiele verbessert, denn: »Wir sind hier, um Fußball zu spielen.«

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Erschienen in der Ausgabe vom 17.06.2026, Seite 7, Ausland

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