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BRD bleibt weiter blind
UN-Debatte zu Kuba
Obwohl die amtierende Präsidentin der UN-Generalversammlung, Annalena Baerbock, den Vorsitz bei der Debatte zur US-Blockade am Dienstag auf einen ihrer Stellvertreter übertragen hatte, folgte die Veranstaltung dem politischen Stil der ehemaligen deutschen Außenministerin.
Noch bevor die Debatte überhaupt offiziell eröffnet war, durfte Washingtons Vertreter Angriffe gegen die kubanische Regierung vortragen – ein klarer Verstoß gegen die Geschäftsordnung. Der Sitzungsleiter wies zwar darauf hin, dass er sich zu diesem Zeitpunkt ausschließlich über die »Zulässigkeit der beantragten Debatte« äußern dürfe, ließ den US-Vertreter aber weiter erklären, dass es keine Blockade gebe und nicht die USA, sondern die Regierung in Havanna für die wirtschaftlichen Probleme der Insel verantwortlich sei.
Als Washingtons UN-Botschafter Michael Waltz, ein ehemaliger Offizier einer US-Spezialeinheit, Kubas Chefdiplomaten später mit den Worten angriff: »Das hier ist nicht Havanna. Das hier sind die Vereinigten Staaten. Das hier ist die UNO. Wir werden uns Gehör verschaffen, und man wird uns nicht zum Schweigen bringen wie Ihr eigenes Volk«, konterte Bruno Rodríguez, die Generalversammlung sei »kein Trainingslager der US-Streitkräfte«.
Obwohl sich die UN-Mitgliedsländer schließlich mit 136 Stimmen für den kubanischen Antrag zur Verurteilung der Blockade – bei nur neun Gegenstimmen und 30 Enthaltungen – und abermals mit überwältigender Mehrheit für die sofortige Beendigung aller US-Zwangsmaßnahmen aussprachen, meldete der in Miami erscheinende Nuevo Herald zufrieden: »Europa ändert seine Haltung.« Der EU-Vertreter habe die kubanische Regierung nicht nur aufgefordert, »bedeutende politische und wirtschaftliche Reformen« durchzuführen, sondern auch, »apolitische Gefangene freizulassen« und »die russische Aggression in der Ukraine nicht zu unterstützen«.
Zur Freude der exilkubanischen Contras nahestehenden Zeitung trug neben der offenen Unterstützung der US-Blockade durch die Ukraine, Tschechien und Nordmazedonien auch die Enthaltung Deutschlands bei. Damit wird eine von Außenminister Johann Wadephul vorgegebene Linie fortgesetzt. Der CDU-Politiker hatte die Frage, warum seine Regierung die US-Sanktionen nicht deutlicher kritisiere, mit dem Hinweis beantwortet: »Eine derartige Blockade sehe ich nicht.« So wird das – zu Recht – nie mehr etwas mit einem Sitz im UN-Sicherheitsrat.
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Frank Lukaszewski aus Oberhausen 9. Juli 2026 um 13:41 UhrKontinuität. Was die BRD-Offiziellen in ihrer Geschichte bisher vermieden, wird sich weiterhin auch nicht ändern: Völkerrechtsbrüche der Vereinigten Staaten als das zu benennen, was sie sind. Deutsche Außenpolitik bleibt treuer Schoßhund der USA, ihr entsprechender Minister sozusagen Wadepudel des Trump-Regimes. Erst recht, was Kuba betrifft: Jenes Land gilt ja noch immer als böse, böse, böse sozialistisch.
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Deutschland ist schuldig! Schuldig am Genozid am kubanischen Volk, durch Waffenlieferungen an Israel am Genozid gegen das palästinensische Volk – schuldig! Und ob es aus der CDU oder von den Grünen (Baerbock) ist – Deutschland ist schuldig! 10 Millionen Kubaner, mehr als 70000 Palästinenser allein in Gaza, Hunderttausende durch Waffenlieferungen in Krisenherde in aller Welt. Schuldig durch die Zurverfügungstellung von Logistik und Infrastruktur in den Basen Ramstein, Spangdahlem usw. für die US-Kriege gegen den Iran, gegen den Irak, gegen Syrien, gegen Libyen usw. schuldig durch Waffendeals mit den Amerikanern, Schuldig – Schuldig – Schuldig! Schuldig durch die Verantwortung für den Krieg gegen Jugoslawien in den 1990er Jahren, schuldig am Genozid gegen den Vielvölkerstaat Sowjetunion zwischen 1941 und 1945. Und das ist noch lange nicht alles … Ich schäme mich für meine Nationalität, für diese Unbelehrbarkeit, für diese völkermordende Arroganz Deutschlands. Und ich schäme mich für die Rückgratlosigkeit von Wadephul, Baerbock und allen anderen deutschen Regierungen der letzten Jahre. Man muss nicht unbedingt die Statuten des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag unterzeichnet haben, um angeklagt zu werden – es reicht, wenn ein Land, welches Unterzeichner ist, anklagt! Nicaragua hat es schon vorgemacht, ebenso Südafrika …
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Wieland König aus Neustadt in Holstein 9. Juli 2026 um 14:54 UhrSehr geehrter Herr S. Ich stehe in ihren Aussagen zum Scham für die begangenen Verbrechen völlig an ihrer Seite. Nur schäme ich mich nicht für Deutschland. Ich schäme mich nicht für das Land von Müntzer, Luther, Hegel, Feuerbach, für das Land von Marx, Engels, Goethe, Schiller oder Heine, auch nicht für das Land von Bebel, Liebknecht und Luxemburg. Ich schäme mich für die Staatsformen seit 1871 in diesem Land, für die seitdem machtausübenden Regierungen und für den Teil der Deutschen, die diesen Regierungen zur Macht verholfen haben und die ihnen tumb und verantwortungslos hinterhergelaufen sind und dies noch heute tun. Ich schäme mich als gebürtiger DDR-Bürger nicht für 40 Jahre DDR, auch nicht für all ihre kleineren und größeren Fehler. Ich versuche nicht, meine Scham und meine Verachtung auf Länder und Völker zu beziehen. Es gibt nicht die kriegstreibenden Deutschen, nicht die aggressiven Amerikaner oder Israelis, genauso wenig wie es die militanten Russen gibt oder die Polen, die Italiener etc. Es sind immer bestimmte Personen und Gruppen, und diese Differenzierung würde eine völkerübergreifende Kraft viel schneller und stärker zusammenführen. Der Kopfsatz im verblichenen »Neuen Deutschland« brachte es ja mal recht anschaulich herüber.
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Andreas Kubenka aus Berlin 10. Juli 2026 um 17:10 UhrLieber Herr Wieland König! Ich finde Ihre Eimstellung sehr sehr sehr richtig und einen erfrischenden Kontrast zum auch im vorliegenden Blatt grassierenden (und natürlich ganz unmarxistischen) Antideutschtum. Im Grunde gibt es innerhalb von Klassengesellschaften immer mehr als eine Nation. Auch wenn sich die regierenden Repräsentanten der herrschenden Klasse gern als die Vertreter »der« Nation spreizen. Selbst in der Außenpolitik sind sie immer nur Akteure der von ihnen repräsentierten Interessengruppen. Eben darum sollte man ihnen ein betontes »Nicht in unserem Namen« entgegenschleudern. Die »Schuldigen« an Krieg und Hochrüstung sind die diese Betreibenden und nicht ihre Gegner, die es eben auch in dieser Nation gibt – wenn auch noch zu wenige.
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Nun, Herr König: Für den Antisemiten Martin Luder müssen Sie sich besser nicht einsetzen, oder?
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Wieland König aus Neustadt in Holstein 10. Juli 2026 um 14:47 UhrWer, bitte, ist Martin Luder? Ich kenne nur Martin Luther und das ist der bedeutendste Kirchenreformator des Mittelalters in Deutschland. Ihm im Nachhinein irgendwelcher Unterstellungen zu bezichtigen auf der Grundlage der mittelalterlichen Sprache ist ja nun doch etwas weit hergeholt.
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
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