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Kubas Außenminister vor dem UN-Sicherheitsrat

Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire

Am Dienstag sprach der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla in der offenen Debatte des UN-Sicherheitsrats in New York. Seine Rede in Auszügen:

(…) Am 26. September 1960 erklärte Oberbefehlshaber Fidel Castro Ruz vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen: »Verschwindet die Philosophie der Ausbeutung, verschwindet auch die Philosophie des Krieges!« Daran erinnern wir uns im Jahr seines hundertsten Geburtstags lebhaft.

Herr Präsident, wie soll man von der Verteidigung der zentralen Rolle der Vereinten Nationen, von der Förderung von Frieden und Entwicklung, von der Wahrung der auf dem Völkerrecht und den Grundnormen der internationalen Beziehungen beruhenden internationalen Ordnung sprechen, um neue Konflikte zu vermeiden, in denen sich die Starken gegenüber den Schwachen durchsetzen, ohne vom Völkermord an Palästina oder der imperialistischen Aggression gegen die Islamische Republik Iran und dem Krieg im Nahen Osten zu sprechen?

Die Regierung der Vereinigten Staaten befindet sich de facto in einer Position, in der sie den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit untergräbt und gegen das Völkerrecht sowie das humanitäre Völkerrecht in bezug auf die Republik Kuba verstößt.

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Die Erhebung einer strafrechtlichen Anklage gegen den kubanischen Revolutionsführer, Armeegeneral Raúl Castro Ruz, ist ein moralisch verwerflicher und rechtlich willkürlicher Akt, der auf einem Missbrauch der Zuständigkeit der US-Gerichte beruht, auf der Manipulation des Ortes des Flugzeugabsturzes, der sich im Luftraum und im Seegebiet des kubanischen Hoheitsgebiets ereignete; wegen der terroristischen und illegalen Missionen, die diese Flugzeuge häufig unter Verletzung US-amerikanischer Gesetze durchgeführt haben, wegen der Straffreiheit und Komplizenschaft der Behörden dieses Landes und wegen der Missachtung des Rechts der Staaten auf legitime Selbstverteidigung.

Es handelt sich um eine politisch motivierte, betrügerische Entscheidung, die darauf abzielt, die US-amerikanischen und ausländischen Bürger 30 Jahre nach den Ereignissen zu täuschen, mit der niederträchtigen Absicht, dass sie ein militärisches Abenteuer gegen Kuba unterstützen, um einen »Regimewechsel« oder eine »Nationenbildung« zu erreichen, wie man es heute euphemistisch nennt.

Die Öl- oder Energieblockade, die die Vereinigten Staaten gegen Kuba verhängen, kommt in ihren Auswirkungen einer Seeblockade gleich, die einen Akt des Krieges und des Völkermords darstellt, der die kubanische Bevölkerung Bedingungen aussetzt, die ihre Unversehrtheit und Existenz bedrohen, und eine grausame und wahllose »kollektive Bestrafung« darstellt, die heute Todesfälle verursacht, wie die Verdopplung der Kindersterblichkeitsrate von 4,0 auf 9,2 pro 1.000 Lebendgeburten oder die Verringerung der Lebenserwartung krebskranker Kinder von 85 Prozent auf 65 Prozent zeigt.

Ein militärischer Angriff würde ein Blutbad auslösen. Tausende Kubaner würden bei der Verteidigung des Vaterlandes und heiliger Werte und Ideale sterben, und auch junge US-Amerikaner würden umkommen, ohne eine Sache oder ein Ideal zu verteidigen, in die Gewalt hineingezogen durch eine imperialistische, neofaschistische Politik der Herrschaft, Plünderung und Eroberung.

Ich wende mich insbesondere an die US-Bürger, vor allem an ihre Jugend, und appelliere an ihre menschlichen Werte, ihre friedlichen und edlen Gefühle und bitte sie, nach der Wahrheit zu suchen und sich nicht von einer elitären, korrupten und mächtigen Clique in Miami täuschen oder manipulieren zu lassen, die weder das amerikanische Volk noch die in diesem Land lebenden Kubaner vertritt, die sich mehrheitlich gegen die Barbarei des Krieges und der Energieblockade aussprechen. (…)

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Erschienen in der Ausgabe vom 28.05.2026, Seite 3, Abgeschrieben

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