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Venezuela

Keine Hilfe in der Not

Venezuela: USA und Israel schicken Militär

Foto: Ricardo Arduengo/Reuters

Knapp zwei Wochen nach dem verheerenden Erdbeben ist die Zahl der Todesopfer in Venezuela auf 3.535 gestiegen. Rund 1.000 Nachbeben haben die Bergungsarbeiten immer wieder erschwert. Während die amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez den Rettungskräften und Helfern aus aller Welt für ihren Einsatz dankte, nutzen die USA und ihre engsten Verbündeten die Naturkatastrophe offenbar auch als Gelegenheit für einen nachhaltigen Regime-Change.

Seit Tagen baut Washington seine militärische Präsenz kontinuierlich aus. »Das US-Militär hat rund 2.000 Einsatzkräfte in der Region zu Lande, in der Luft und auf See rund um Venezuela«, gab der Kommandeur des US-Südkommandos, General Francis Donovan, am vergangenen Mittwoch bekannt. Laut örtlichen Medien übernahm das »Contingency Response Element« der US-Luftwaffe nach Reparaturarbeiten die »Verwaltung, Flugverkehrskoordination, Kommunikation und Sicherheit« am Internationalen Flughafen Simón Bolívar. Das Südkommando bestätigte die Ankunft weiterer Militärtransportflugzeuge, während MQ-9-»Reaper«-Drohnen und Kampfhubschrauber Aufklärungsflüge über Caracas und anderen Gebieten durchführen. US-Streitkräfte haben zudem mit dem amphibischen Kriegsschiff USS »Fort Lauderdale« im Hafen von La Guaira Position bezogen.

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Doch nicht nur Donald Trump schickt Militärs. Für scharfen Protest der venezolanischen Palästina-Solidaritätsbewegung sorgte die Ankunft eines »Hilfsteams« unter Leitung von Brigadegeneral Elad Edri, Stabschef des Heimatfrontkommandos der israelischen Streitkräfte, das in Caracas von Regierungsvertretern herzlich begrüßt wurde. Ebenso kritisiert wird die Ankunft einer Gruppe der sogenannten Weißhelme. Die von westlichen Regierungen mit Millionenbeträgen finanzierte »Hilfsorganisation« hatte in Syrien maßgeblich zum Regimewechsel beigetragen und zuvor einen parallelen Staatsaufbau organisiert. Im Jahr 2017 unterstützten »Weißhelme« in Venezuela bereits militante rechte Oppositionsgruppen, deren gewalttätige Aktionen gegen die chavistische Regierung zahlreiche Tote und Verletzte hinterließen.

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Erschienen in der Ausgabe vom 08.07.2026, Seite 6, Ausland

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  • Onlineabonnent*in Ulf G. aus H. 9. Juli 2026 um 12:53 Uhr
    Die reine menschliche Nächstenliebe wird kaum die Motivation für die Anwesenheit vorgeblicher Hilfstrupps amerikanischer und israelischer Militärs oder syrischer Weißhelme in Venezuela sein. Bereits in der jW vom 21.08.2017, Seite 6, konnte man die Behauptung der CIA lesen, die »Kubaner, die Russen, die Iraner und die Hisbollah« seien in Venezuela präsent. Unter dem Deckmantel der Erdbebenhilfe dürfte es vermutlich auch um die Bekämpfung von Schreckgespenstern wie Palästinasolidarität und Kommunismus gehen. Für mich ist es eigentlich nur natürlich, wenn sich die diversen vom Westen drangsalierten Länder untereinander verbünden. Solche Bündnisse gäbe es vielleicht gar nicht, wenn es nicht die strangulierenden westlichen Sanktionen gäbe. Auch Russland ist erst durch Jahrzehnte russophober Politik des Westens in die Arme Chinas getrieben worden. Es hätte alles anders und friedlicher kommen können.
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