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Palästina-Soli im Rund
Fußball-WM: Freude in Gaza über Ägyptens Sieg
Neun der zehn für die Fußballweltmeisterschaft qualifizierten Teams des afrikanischen Kontinentalverbandes CAF haben den Sprung in das Sechzehntelfinale geschafft. In der Runde der besten 32 scheiterten viele denkbar knapp, darunter Kap Verde, das Argentinien 2:3 nach Verlängerung unterlag. Gerade einmal zwei Mannschaften zogen nun in die nächste K.o.-Runde ein. Marokko (3:2 gegen die Niederlande) und Ägypten (4:2 gegen Australien) sicherten sich jeweils im Elfmeterschießen ihr Weiterkommen und qualifizierten sich für die Runde der besten sechzehn.
Für Palästina war der ägyptische Sieg Grund zur doppelten Freude. In Gaza feierten Menschen mit ägyptischen Fahnen inmitten der durch Bomben zerstörten Häuser, wie ein vom Onlinenachrichtenportal Middle East Eye verbreitetes Video zeigt. Ein weiterer Grund zur Freude war die Geste des ägyptischen Nationaltrainers. Hossam Hassan nutzte jene Bühne, die dem afrikanischen Fußball mangels Startplätzen lange bewusst verwehrt geblieben war, für ein eindrückliches Zeichen der Solidarität und lief im Freudentaumel nach dem Schlusspfiff mit der palästinensischen Nationalfahne über den Rasen. »Ich bin mit Herz und Seele an der Seite der Palästinenser. Sie haben uns so sehr unterstützt und mitgefiebert. Möge Gott ihnen Erfolg und Gewinn schenken und möge Gott alle Märtyrer in Frieden ruhen lassen«, sagte Hassan gegenüber beIN Sports.
Isam Salama, der für den Palästinensischen Fußballverband in Al-Ram arbeitet, äußerte im Gespräch mit jW: »Was Kapitän Hossam getan hat, war keine Überraschung. Das ägyptische Volk hat immer zu Palästina gehalten – und wir haben diese aufrichtige Unterstützung stets gespürt. Was seine Geste noch bedeutungsvoller machte, war, dass er die palästinensische Flagge im Herzen der USA hisste. Es war mehr als eine symbolische Geste – es war eine klare und mutige Botschaft der Solidarität.«
Bereits vor Turnierstart hatte der Weltfußballverband FIFA verkündet, dass das Zeigen der palästinensischen Nationalfahne – anders als die iranische Schahfahne – bei der WM gestattet sei. Diese Aussage wiederholte der Verband nun gegenüber der US-Agentur AP in einer Mitteilung nach dem Spiel zwischen Ägypten und Australien. Die FIFA bemüht sich weiterhin um scheinbare politische Neutralität. Hierfür nutzt sie eine Hintertür: Palästina sei ein FIFA-Mitglied, hieß es. Und so ergibt sich für den Weltfußballverband, der für den US-Kriegstreiber Donald Trump den »FIFA-Friedenspreis« erfunden und auch gleich an ihn verliehen hat, eine einfache Möglichkeit, seine Ignoranz gegenüber den gravierenden Menschenrechtsverletzungen in der von Israel besetzten Westbank und dem kriegszerstörten Gaza zumindest kurzfristig reinzuwaschen.
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