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Ukraine-Krieg

Luftabwehr störanfällig

Russische Raketen treffen Kiew, Systeme versagen

Foto: Niall Carson/PA Wire/dpa
Deutsche Flugabwehrraketen sind unzuverlässig. Lieber hätte Präsident Selenskij mehr »Patriots« (Dublin, 1.7.2026)

Die Ukraine hat eine Kampagne gegen das irische Unternehmen Aughinish Alumina gestartet. Nach dem Besuch von Präsident Wolodimir Selenskij am Mittwoch in Irland erklärte die ukrainische Botschaft in Dublin, das Land sei »sehr besorgt« darüber, dass das Unternehmen fast die Hälfte seines Umsatzes mit dem Export von Aluminiumoxid an russische Adressen mache. Der genaue Endverbleib sei zwar nicht bekannt, aber es bestehe die Befürchtung, dass das Metallpulver auch in der Rüstungsindustrie Verwendung finde und damit »zum Tod ukrainischer Zivilisten beiträgt«. Die Hütte ist im Besitz des russischen Konzerns Rusal des Milliardärs Oleg Deripaska. Sie bezieht das Rohaluminium aus ebenfalls zu Rusal gehörenden Bergwerken in Brasilien und Afrika und verarbeitet es in Irland weiter. Der Export ist nach geltendem EU-Recht bisher völlig legal.

Nach dem schweren russischen Luftangriff auf Ziele in Kiew in der Nacht zum Donnerstag sucht die EU daher andere Wege, um Moskau zur Beendigung des Krieges in der Ukraine zu zwingen. Die Außenbeauftragte Kaja Kallas kündigte umgehend neue Sanktionen an, um »die Kosten so lange in die Höhe zu treiben, bis Russland begreift, dass es nicht gewinnen kann«. In Kiew wurden bis zum Freitag morgen weitere Opfer geborgen. Die Gesamtzahl der Toten stieg nach dortigen Angaben auf inzwischen 30. Russland behauptet, vor allem Unternehmen getroffen zu haben, die das Militär belieferten, Kiew spricht von zivilen Opfern.

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Dabei stellte sich heraus, dass die Luftabwehr selbst in der Hauptstadt Kiew nur noch begrenzt leistungsfähig ist. So seien nach ukrainischen Angaben von 28 angreifenden ballistischen Raketen nur sieben abgeschossen worden. Passend dazu schrieb der Stern diese Woche unter Berufung auf einen internen ukrainischen Bericht, dass es Probleme mit dem Drohnenabwehrsystem »Skynex« der Firma Rheinmetall gebe. So seien bei einem Drohnenangriff im Westen des Landes am 1. April drei von acht Abwehrgeschützen innerhalb weniger Minuten ausgefallen. Kiew urteilte demnach, das System sei »äußerst unzuverlässig«. Selenskij drängt nun auf eine eigene Produktionsstätte für »Patriot«-Raketen und hofft auf Lizenzfreigabe aus Washington.

Auf der anderen Seite führen die ukrainischen Angriffe auf russische Ölverarbeitungsanlagen weiterhin zu Versorgungsschwierigkeiten mit Benzin. So soll in der krimnahen Hafenstadt Noworossisk inzwischen kein Benzin mehr frei verkäuflich sein. Viele Bewohner der Schwarzmeerhalbinsel waren in den vergangenen Wochen über die Brücke von Kertsch aufs russische Festland gefahren, um dort zu tanken. Aus ukrainischen Meldungen geht hervor, dass Russland allein an der knapp 150 Kilometer langen Autobahnstrecke von Charkiw nach Poltawa zuletzt 20 Tankstellen zerstört haben soll. Ersatz soll die Abgabe von Benzin direkt aus Tankwagen schaffen.

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Erschienen in der Ausgabe vom 04.07.2026, Seite 7, Ausland

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