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Verhinderte Stabsfeldwebel des Tages: Hauptfeldwebel

Foto: Florian Gaertner/photothek/IMAGO
Bisher nur nach einer Ochsentour von mindestens 16 Jahren zu haben, für besonders »fähige« Leute aber vielleicht schon bald schneller: Das Dienstgradabzeichen des Stabsfeldwebels

Das waren noch Zeiten, als Militärchargen die Beförderung direkt auf dem Schlachtfeld zuteil wurde. Friedrich der Große zum Beispiel hat immer mal wieder Offiziere, die sich entschlossen dem feindlichen Beschuss ausgesetzt hatten, »auf dem Platz avanciert«. Ging natürlich nur, wenn die Einsatzfreude nicht direkt zum Avancement in ein Grab geführt hatte. Ein schmaler Grat also. Auch in anderer Hinsicht: Eine Beförderung außer der Reihe sorgte schon im alten Preußen für böse Blicke bei dienstälteren Offizieren, deren Aufstieg sich nach den Maßgaben der eigenen Unfähigkeit, also bedächtiger vollzog.

Die friderizianische Feldbeförderung ist ein Instrument, das dem Bundesverteidigungsminister nicht zur Verfügung steht. Aber man bewegt sich tastend in diese Richtung. Im Zuge der kriegsmäßigen Ertüchtigung der Bundeswehr ist nämlich aufgefallen, dass die behördenmäßige Beförderungspraxis – x Dienstjahre ergeben je nach Laufbahn mit gleichsam mathematischer Sicherheit diesen und jenen Dienstgrad – nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann, wenn man Wert darauf legt, dass das Einrücken in höhere Ränge etwas mit tatsächlicher Befähigung zu tun hat.

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Bei den Unteroffiziersdienstgraden will Pistorius der Große zuerst Ordnung schaffen. Es ist doch, so heißt es, mit dem Leistungsprinzip nicht vereinbar, wenn etwa zum Stabsfeldwebel nur befördert werden kann, wer mindestens 16 Dienstjahre auf dem Buckel hat. Bis zu einer Neuausrichtung der Beförderungspraxis hat das Ministerium deshalb im Mai alle Beförderungen zum Stabsfeldwebel ausgesetzt.

Dagegen lagen sofort »22 Eilanträge von Hauptfeldwebeln« (AFP) vor, die sich schon als Stabsfeldwebel einherschreiten sahen. Die Anträge hat das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen am Dienstag en bloc abgeschmettert: Es sieht keine »Eilbedürftigkeit«. Ein Sieg für das Prinzip der (Kriegs-)Tüchtigkeit – wer es eilig hat, möge bitte die vielen vakanten Dienstposten in der Litauen-Brigade auffüllen.

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Erschienen in der Ausgabe vom 01.07.2026, Seite 3, Ansichten

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