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Was sagen die Arbeiter in Rüstungsbetrieben?
Mit seiner Kampagne will er in Wohnvierteln, vor Schulen und Betrieben Menschen gegen den Krieg mobilisieren, sagt Heinz Klee
Sie waren jüngst im Rahmen der von Ihnen geplanten Antikriegstage in Frankfurt am Main vor Betrieben, Schulen und in Wohnvierteln unterwegs. Mit einem Lkw fuhren Sie eine Figur von Kanzler Friedrich Merz, die ständig bemüht ist, die Atombombe zu umklammern, um sie in Besitz zu nehmen. Schließlich haben Frankreich und Großbritannien die Bombe, wie Sie in einer Mitteilung betonen. Ihre Kampagne führt Sie durch 14 deutsche Städte – mit welchem Ziel?
Es muss eine Arbeiterregierung errichtet werden, damit Rüstungs- und andere Betriebe auf eine Produktion umstellen, die die Menschheit braucht, statt Waffen und Panzer herzustellen. Am 8. Mai, dem Tag der Befreiung, war in Berlin der Auftakt unserer Aktionen. Danach waren wir – mit dabei waren auch die FDJ und die Revolutionäre Front – in Bremen, Köln, zuletzt in Frankfurt, Mannheim, Wörth und Stuttgart. Weiter geht es in Nürnberg, Ingolstadt, Regensburg, Dingolfing, München, Wolfsburg und Hamburg.
Wie waren die Reaktionen der Beschäftigten in Rüstungsbetrieben wie Daimler Truck in Mannheim oder dem Werk Wörth?
Wir argumentieren, dass die Arbeiterklasse keine Produkte herstellen darf, die zu Krieg, Elend und Tod führen. Daimler Truck in Wörth stellt für militärische Einsätze konzipierte Fahrzeuge her, wie Unimog und Zetros. Wir sagten den Kolleginnen und Kollegen dort: »Statt Militär-Lkw könnt ihr in den Werkshallen Bahnteile oder Lokomotiven herstellen.« Denn wir brauchen ein gutes öffentliches Verkehrssystem. Dazu gab es Zustimmung. Sagt man nur: »Du sollst keine Waffen produzieren«, heißt es: »Ja, wovon soll ich leben?« Ähnlich war es in Mannheim, wo Motoren für Armee-Lkw hergestellt werden. Wir haben gesagt: »Damit ihr zivile Produkte fertigen könnt, die unsere Gesellschaft benötigt, werdet ihr die Arbeit niederlegen und streiken müssen.« Zustimmend hieß es oft, dies sei notwendig. Aber wie sollen wir das tun?
Was antworteten Sie?
Es geht um den Zusammenschluss. Sie haben keine andere Wahl, als sich zur Wehr zu setzen, weil sie sonst riskieren, ihr Leben zu verlieren und auch auf andere Arbeiter zu schießen. Die Wehrpflicht kommt, ihre Kinder werden fürs Militär eingezogen. Die Merz-Figur mit dem Griff nach der Atombombe zeigen wir, damit deutlich wird, wie groß die Gefahr bereits ist. Arbeiterinnen und Arbeiter müssen sich jetzt organisieren und das Band für die Militärproduktion abstellen. Die Arbeiterinnen und Arbeiter sind zu 90 Prozent gegen den Krieg. Ein Teil ist sehr interessiert daran, was wir zu sagen haben. Viele haben Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren.
Sie waren auch vor Schulen.
Vor allem vor Berufsschulen, damit künftige Arbeiterinnen und Arbeiter gar nicht erst anfangen, Waffen zu produzieren. So waren wir an der Philipp-Holzmann-Schule in Frankfurt, wo viele Azubis lernen, die auf dem Bau tätig sind. Unser Thema: Statt die Infrastruktur für die Kriegsplanung des Militärs zu errichten, etwa Kasernen oder Autobahnen, ist es notwendig, Infrastruktur für unsere zivile Nutzung zu errichten – Schulen, Wohnungen oder Bahnhöfe. Einige stimmten uns zu. Andere sagten: »Ja, aber wir müssen uns doch verteidigen.« Da sieht man, wie die Kriegshetze in die Bevölkerung bereits eingesickert ist. So war es auch vor Beginn der vergangenen beiden Weltkriege. Der deutsche Imperialismus und die hiesigen Kapitalisten hatten beide Weltkriege angezettelt unter der Losung: »Wir müssen uns verteidigen.« Wir wissen, dass dies nicht stimmt.
Die AfD will auch in Arbeitermilieus Fuß fassen. Denken Sie, dass Ihre Ansprache AfD-Wähler von kommunistischen Zielen überzeugen kann?
Wir stellen vor Betrieben fest, dass letztere in der Minderheit sind. Auch, um zu erreichen, dass nicht immer mehr von ihnen von den Faschisten vereinnahmt werden, wollen wir die bewusstesten Arbeiterinnen und Arbeiter sowie Jugendlichen gewinnen, die gegen Krieg und Faschismus sind. Wir haben sie aufgefordert, sich auf unserer Liste gegen den Krieg als Kontaktperson einzutragen, um unseren Zusammenschluss weiterführen und vergrößern zu können. Ziel ist, dass wir sie für den Antikriegskampf künftig erreichen können, um weitere Aktionen gemeinsam durchzuführen. Auch Ihre Leserinnen und Leser sollen gern mitmachen.
Heinz Klee ist Mitglied des »Arbeiterbunds für den Wiederaufbau der KPD« und der Delegiertenversammlung der IG Metall in Frankfurt am Main
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