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02.06.2026
- → Feuilleton
Denn sie wissen nicht …
Der Deutschlandfunk (DLF) könnte sich eine mittelschwere Programmreform zuziehen. Dem Internetportal Übermedien zufolge bereitet die Senderleitung einen umfassenden Umbau vor, der offensichtlich darauf abzielt, das Wortradio »durchhörbarer« zu machen. Konkret sollen demnach Fachmagazine abgeschafft und eine neue Drivetimesendung eingeschoben werden; außerdem sollen mehr Podcasts im linearen Programm laufen. Was sicherstellen würde, dass wir künftig noch häufiger von herumduzenden Kollegen lang und breit zugelabert werden. In der Belegschaft, heißt es, gäbe es Zweifel; Qualitätsverluste würden befürchtet.
Mit Spannung erwartet wird also die nächste Sitzung des Programmausschusses am 17. Juni, auf der die Pläne von Jona Teichmann besprochen werden sollen. Und ihre Motivation. Die Programmdirektorin der drei Deutschlandfunks wird in den Übermedien mit einer nebulösen Begründung zitiert, warum der überaus erfolgreiche Sender zu reformieren sei: Der DLF müsse sich ändern, um seine Stärken auch in Zukunft ausspielen zu können. Aber, will Teichmann beruhigen, »wir würden das, was uns auszeichnet, ganz sicher nicht ›abschalten‹. Das wäre verrückt …« Und dann gingen sie hin und schalteten ab, was sie auszeichnete. Denn sie waren verrückt.
Um sehr gefährliche Verrückte geht es in dieser Woche im »ARD-Radiofeature«, genauer: um → »Heilige Krieger – Christfluencer und Rechtspopulisten« (BR 2026, Di., 20.04 Uhr, MDR Kultur, Fr., 15.05 Uhr, SWR Kultur, Sa., 17.04 Uhr, SR Kultur, 18.05 Uhr, Bremen zwei, So., 13.04 Uhr, WDR 5, 18.04 Uhr, HR 2 Kultur). Ganz normal durchgeknallte Jugendliche aus Berlin und Thüringen stürmen im Hörspiel → »Sommercamp« von Stella Luncke und Josef Maria Schäfers den Balaton, und wenn das Ganze unnatürlich natürlich klingen sollte, dann deshalb, weil echte Kids die Kids spielen (DLF Kultur 2016, Mi., 22.05 Uhr, DLF Kultur).
→ »Die Open AI Story« – hier zitiert wie in der Ankündigung ohne Bindestrich – ist ein Feature, das im Sinne der oben denunzierten Programmreform unbedingt zu einem sechsteiligen Podcast zerlatscht werden musste (DLF 2026, Do. 20.30 Uhr, DLF). Das Freie Radio in Karlsruhe kann Abendfüllendes noch in zwei Stunden durchziehen: In der Reihe »Sachzwang FM« läuft → »Der beforschte Linksradikalismus«, ein Parforceritt durch Frankfurter Schule, Anarchismus und Marxismus (Fr., 14 Uhr, Querfunk).
Am Samstag brennt in den »Archivschätzen« die Bühne: → »Theaterrevolution? Experimenta 1966/67« (14.04 Uhr, HR 2 Kultur). Aus der Konzerthalle im belgischen Namur kommt ein Mitschnitt von Jean-Philippe Rameaus Oper → »Castor et Pollux« (19.05 Uhr, DLF Kultur). Und am späteren Samstag abend bringt WDR 5 die von Benno Schulz neu eingesprochene Lesung der Dostojewski-Novelle → »Weiße Nächte« (1/2) (WDR 2026, 21.03 Uhr, So., 16.04 Uhr).
Die → »Mikado-Orchesterdetektive« stellen am Sonntag früh Prokofjews »Cinderella« nach (7.05 Uhr, NDR Kultur). Am Nachmittag steht im Bachmann-Hörspiel → »Der gute Gott von Manhattan« vor Gericht (BR, NDR 1958, So., 15.05 Uhr, Bayern 2). Sonst starten noch zwei weitere zu Podcastserien aufgeblasene Reportagen, der Fünfteiler → »Mister Fußball – das System Gianni Infantino« (So., 18.05 Uhr, DLF Kultur) und die über sieben Folgen gedehnte Geschichte → »Inside Cum-Ex – Jagd auf die Steuermafia« (WDR 2026, So., 18.30 Uhr, WDR 5). Danach folgt die Podcastsatire → »Mörder sind blöd« von Dunja Arnaszus, in der wird eine True-Crime-Labertasche nach der anderen umgebracht (MDR, RBB 2026, Mo., 20.04 Uhr, MDR Kultur).
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
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