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30.05.2026
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Anno ... 23. Woche
1576, 7. Juni: Der Engländer Martin Frobisher bricht von London aus zu einer Entdeckungsreise in den Nordatlantik auf. Der Seefahrer, der vor 1570 auch als Freibeuter unterwegs war, will die Nordwestpassage, also den nördlichen Seeweg um Amerika, erkunden. Mit drei Schiffen ist er bis Oktober unterwegs und entdeckt die später nach ihm benannte Frobisherbucht im heutigen Nordosten Kanadas.
1926, 1. Juni: In Istanbul erscheint die erste Ausgabe der deutschsprachigen Tageszeitung Türkische Post. Das unter Mithilfe der deutschen Botschaft gegründete Medium soll vor allem die wirtschaftlichen Interessen deutscher Großkonzerne vertreten; Spenden kamen unter anderem von I. G. Farben, Siemens und Krupp. Die Auflage ist nie höher als 2.000 Exemplare, dennoch wird der Zeitung eine hohe politische Bedeutung beigemessen, auch von den Nazis. Erst am 1. August 1944 muss sie auf alliierten Druck hin ihr Erscheinen einstellen.
1946, 2. Juni: Nachdem die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei aus den Wahlen vom 26. Mai mit 38 Prozent der Stimmen als stärkste Kraft hervorgegangen ist kommt es zur Bildung einer Regierung der Nationalen Front. Ministerpräsident wird der Vorsitzende der KP, Klement Gottwald.
1946, 5. Juni: Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) erlässt den Befehl Nr. 167. Bereits im Oktober 1945 war aufgrund der sowjetischen Reparationsansprüche die Beschlagnahme von Industrieanlagen sowie des Eigentums der NSDAP und aller ihrer Organisationen verfügt worden. Mit dem Befehl werden diese Betriebe als »Sowjetische Aktiengesellschaften« (SAG) zum Eigentum der UdSSR.
1976, 2. Juni: Der dritte sogenannte Kabeljaukrieg zwischen Island und dem Vereinigten Königreich wird beigelegt. Dabei handelt es sich um seit 1958 andauernde Spannungen, die durch die Ausdehnung der Fischereigrenzen durch Island ausgelöst wurden. Einziges Todesopfer der »Kriege« ist ein Maschinist der isländischen Küstenwache, der 1973 bei der Kollision seines Schiffes mit einer britischen Fregatte stirbt. Auf Druck der USA akzeptiert Großbritannien eine neue 200-Seemeilen-Zone um Island.
1976, 2. Juni: Juan José Torres wird in Buenos Aires entführt und ermordet. Der linke Politiker hatte als Präsident Boliviens in den Jahren 1970/71 unter anderem den Bergbausektor verstaatlicht. Nach einem Militärputsch im August 1971 muss er ins Exil fliehen. Bis 1978 herrscht der Diktator Hugo Banzer. Hinter der Ermordung von Torres stecken Kräfte der US-gestützten »Operation Condor«.
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
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