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Chronik

Anno … 29. Woche

1876, 15. Juli: In Philadelphia findet eine Konferenz der Internationalen Arbeiterassoziation (IAA, später Erste Internationale genannt) statt, bei der ihre Auflösung beschlossen wird. Nach dem Ausschluss von Michail Bakunin auf dem Kongress in Den Haag 1872 und der Gründung einer anarchistischen Konkurrenz-Internationale war der Sitz der Assoziation in die USA verlegt worden, um weitere Spaltungen zu vermeiden. Dort besitzt sie allerdings kaum noch Anbindung an ihre europäischen Mitgliedsorganisationen.

1896, 19. Juli: Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten entscheidet in dem Fall »Plessy v. Ferguson«, dass die Rassentrennung zulässig sei, solange die entsprechenden Einrichtungen für Weiße und Schwarze gleichwertig seien. Konkret geht es in dem Fall darum, ob getrennte Abteile in Zügen im Bundesstaat Louisiana gegen die Verfassung verstoßen. Mit dem Urteil wird das Prinzip »Separate but equal« (Getrennt, aber gleich) etabliert, mit dem trotz der Aufhebung der Sklaverei die Diskriminierung der ­schwarzen Bevölkerung fortgeführt wird.

1926, 18. Juli: In Jena wird das Zeiss-Planetarium ­eröffnet. Errichtet wird es von dem Unternehmen Carl Zeiss auf der Grundlage von Plänen für Planetarien mit optomechanischer Lichtprojektion von dem Physiker Walther Bauersfeld. Damals war es nach Wuppertal-Barmen, Leipzig und Düsseldorf erst das vierte Großplanetarium weltweit. Heute ist es das älteste noch in Betrieb befindliche Planetarium.

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1936, 18. Juli: In Barcelona beginnt die aus Protest gegen den Missbrauch der Olympischen Spiele durch den deutschen Faschismus ins Leben gerufene antifaschistische Volksolympiade. Auf Einladung der Roten Sportinternationale (RSI), der spanischen Volksfrontregierung und anderer demokratischer Kräfte kommen mehr als 10.000 Sportler aus 22 Ländern in die katalanische Stadt. Wegen des Putschversuchs Francos können die Spiele nicht weitergeführt werden; einige Sportler nehmen daraufhin an den Volkssportspielen in Prag (1. bis 9. August) teil, andere beteiligen sich am Kampf gegen die Franquisten.

1961, 14. Juli: Papst Johannes XIII. veröffentlicht im Osservatore Romano die Sozialenzyklika »Mater et ­Magistra« (Mutter und Lehrerin). Er wendet sich darin gegen den hemmungslosen Luxus weniger Reicher, dem in vielen Ländern große Armut gegenübersteht. Der Papst fordert gerechte Löhne, möglichst viele Arbeitsplätze sowie Mitbestimmung der Arbeiter in ihren Betrieben. Dabei befürwortet und verteidigt er jedoch zugleich das private Eigentum.

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Erschienen in der Ausgabe vom 11.07.2026, Seite 15, Geschichte

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