19.05.2026
Kino
Blick aus dem Kellerloch
László Nemes erzählt mit seinem Film »Andor Hirsch« allegorisch die Waisengeschichte Ungarns
Von Wolfgang Nierlin
Budapest, vier Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs. Der subjektive Blick kommt aus dem Guckloch einer dunklen Ruinenhöhle. Er dringt durch das Oval eines Lichtspalts nach draußen und verbindet so eine versteckte, einsame Innenwelt mit dem bevölkerten Außenraum, das Finstere mit dem Hellen und die Fiktion des Kinematographen mit der realen Geschichte. Dann wird der 4jährige Junge mit seinem Namen Andor Hirsch gerufen und kurz danach gleichsam in den Geburtskanal zu...
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