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07.05.20264 Leserbriefe
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Demütig vor Israels Waffen
BRD-Chefdiplomat Wadephul empfängt israelischen Außenminister als »Freund«. Vom Iran fordert er einen Verzicht auf Atomwaffen und ballistische Raketen
Während der Staat Israel inzwischen sogar schon EU-Bürger vor der griechischen Küste entführt, als »Terroristen« denunziert, ins besetzte Palästina verschleppt und in Isolationshaft quält, wird der israelische Außenminister Gideon Saar von seinem deutschen Amtskollegen Johann Wadephul in Berlin als »Freund« empfangen. Nach dem Treffen am Dienstag abend sagte der CDU-Politiker Sätze wie jenen: »Dieser Konflikt mit dem Iran und auch der Konflikt in der Ukraine haben uns deutlich vor Augen geführt, dass wir uns näher stehen als je zuvor und wir ein gemeinsames Interesse haben.« Und obwohl die BRD offiziell keine Kriegspartei ist, stellte sich Wadephul ganz offen auf die Seite der US-israelischen Angreifer: »Wir fordern den Iran auf, seine Karten nicht zu überreizen.« Konkret forderte er von Teheran einen Verzicht auf Atomwaffen, eine Einstellung des ballistischen Raketenprogramms und die Abwendung von einer »Politik der Brandstiftung in der Region«. Der Krieg müsse so beendet werden, »dass von Iran keine Gefahr mehr ausgeht«. Das kommt der Aufforderung zur bedingungslosen Kapitulation der Islamischen Republik gleich.
Saar pries seinerseits Israel als Gewährleister der »Sicherheit« der BRD an: »Israel ist ein Partner für Deutschland: in den Bereichen Verteidigung, Sicherheit, Zusammenarbeit der Nachrichtendienste, wirtschaftliche Kompatibilität und Terrorismusbekämpfung.« Israelische Technik wie etwa das Raketenabwehrsystem »Arrow 3« beschütze die BRD »in der Luft, an Land und auf See«. Die Zusammenarbeit der Geheimdienste beider Staaten verhindere »Terrorangriffe auf deutschem Boden« und rette »deutsche Leben«. Wadephul sagte dazu, es erfülle ihn »mit Demut«, dass Technologie aus Israel den deutschen Luftraum schütze.
Seine endgültige Verabschiedung von Völkerrecht und Realität demonstrierte der deutsche Außenminister schließlich mit der »Forderung«, der Libanon dürfe »nicht zu einem Kriegsschauplatz werden«. Während Israel den Süden des Landes bis zum Litani-Fluss besetzt hält, dort systematisch die Bevölkerung vertreibt und schiitische Dörfer ausradiert, verurteilte Wadephul ausgerechnet die Gegenwehr der Hisbollah »auf das schärfste«. Dass Völker unter fremder Besatzung nach internationalem Recht auch bewaffneten Widerstand leisten dürfen, ließ der deutsche Chefdiplomat unerwähnt.
Statt dessen durfte Saar behaupten, die Widerstandsorganisation sei »für das Leid auf beiden Seiten der Grenze verantwortlich«, und israelische Truppen hätten den Südlibanon nur zum »Schutz« der eigenen Bürger besetzt. Zugleich versicherte er, Christen seien im »Heiligen Land« völlig sicher, und jeder, der seine Hand gegen Christen erhebe, werde streng bestraft.
Vergangene Woche hatten Videoaufnahmen eines hinterhältigen Angriffs auf eine katholische Nonne in Jerusalem weltweit für Aufsehen gesorgt. In israelischen Medien wurde der Angreifer als »rechtsradikaler Aktivist« oder »psychisch gestört« dargestellt, aber gegenüber der Times of Israel wiesen in Jerusalem lebende Christen darauf hin, dass sie von der Gewalttat nicht überrascht seien, da solche Übergriffe seit einigen Jahren tägliche Routine seien.
Bemerkenswert ist auch Saars Ankündigung, Kerosin in die BRD zu liefern. Laut Israels Außenministerium habe das deutsche Energieministerium darum gebeten. Dabei hatte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) erst am Dienstag gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland erklärt, es gebe hierzulande bei dem Flugzeugtreibstoff »kein Problem mit der Versorgung«.
Ebenso erwähnenswert ist das laute Schweigen in der deutschen Medienlandschaft über den Besuch von Israels Außenminister. Zwar berichtete die dpa über Wadephuls Katzbuckelei, doch nur die wenigsten Mainstreammedien – Springers Welt etwa – griffen die Meldungen auf. Allenfalls die angekündigten Kerosinlieferungen waren einigen von ihnen eine Nachricht wert – vielleicht, weil man sich in manchen Redaktionen mehr um den Sommerurlaub in Übersee sorgt als um deutsche Komplizenschaft bei Israels Staatsterrorismus.
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Rudi Eifert aus Langenhagen 7. Mai 2026 um 16:27 UhrIsrael hat angesichts vieler Kriegsverbrechen der IDF im Gazastreifen, des Terrors jüdischer Siedler gegen Palästinenser und Tel Avivs Angriffskrieg gegen die Islamische Republik Iran wahrlich keinen guten Stand in der Bevölkerung unseres Landes. Nicht anders ist zu erklären, warum der Besuch des israelischen Außenministers bei seinem deutschen Kollegen in Berlin in den Medien eher dürr oder gar nicht kommentiert wurde. Im Blätterwald ahnte man vermutlich bereits im Vorfeld, dass man den Besuch öffentlich gar nicht goutiert hätte. Um so weniger ist zu begreifen, wie sich Herr Wadephul in seiner Wortwahl gegenüber seinem Amtskollegen nur so vergreifen konnte. Den Begriff »Demut« in einem militärischen Zusammenhang zu erwähnen, der völlig unangemessen war, ist absolut peinlich. Hinzu kommt die völlig unkritische Nibelungentreue und das devote Zukreuzekriechen vor einem faschistischen israelischen Staat, der sich keinen Deut um Menschenrechte kümmert, was allerdings kein Gesprächsthema dieser beiden Politiker gewesen sein dürfte. Die vom israelischen Außenminister geäußerte gute »Freundschaft« zwischen Israel und der BRD dürfte wohl eher dem Umstand geschuldet sein, dass Deutschland den Bau von für Israel bestimmten U‑Booten mit einer halben Milliarde Euro bezuschusst. So kann man gut Freund sein. Ansonsten hätte diese sogenannte Freundschaft schon längst Risse erfahren. Ein anderes Thema: Dass EU-Bürger der Gaza-Flotille in israelischer Einzelhaft sitzen, war vermutlich ebenso wenig Thema der Gespräche. In Anbetracht dieser schizophrenen Situation kann man nur noch verzweifeln.
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Raimon Brete aus Chemnitz 7. Mai 2026 um 11:09 UhrDie Regierenden der Bundesrepublik Deutschland und ihre politischen Koalitionspartner missachten vorsätzlich aus machtpolitischen Gründen das Völkerrecht und ignorieren jedwede Menschenrechte. Merz und Gesellen rühren weder die 70.000 Toten im Gaza noch die kriegsverbrecherischen Angriffe auf die Zivilbevölkerung im Libanon. Die seit Jahrzehnten andauernde Okkupation palästinensischer Gebiete und die Vertreibung der Bevölkerung durch Israels Armee und militante Siedler sind keinen Protest wert. In unnachahmlicher Arroganz zeigt der deutsche Außenminister mit dem Finger auf den Iran und stellt Forderungen, wohl wissend, dass diese nur im Wege einer Diplomatie auf Augenhöhe zwischen den Beteiligten erreicht werden können oder es gibt Krieg. Darauf und nur darauf scheint der deutsche »Chefdiplomat« zu setzen. Unterwürfig dient er sich durch Bündnis- und Kriegstüchtigkeitsgeschwätz einem imperialistischen und kriegführenden Staat an, dem Menschenleben und Völkerecht nichts bedeuten. Damit macht sich Deutschland zum Komplizen von staatlich sanktionierten Staatsterror.
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Istvan Hidy aus Stuttgart 7. Mai 2026 um 09:15 UhrDie Aussage Wadephuls, es erfülle ihn »mit Demut«, dass israelische Technologie den deutschen Luftraum schütze, verdient eine nüchterne Einordnung. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die sicherheitspolitische Rolle der Bundesrepublik über Jahrzehnte eng in westliche Bündnisstrukturen eingebettet, wobei technologische und militärische Eigenständigkeit stets begrenzt blieb. Der wirtschaftliche Aufstieg Westdeutschlands diente zugleich als politisches Schaufenster im Systemkonflikt des Kalten Krieges. Mit dessen Ende veränderte sich leider diese strategische Funktion grundlegend nicht! Was Israel betrifft, so ist das Land trotz seiner militärischen Stärke strukturell auf enge Partnerschaften angewiesen – insbesondere mit den USA. Seine sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit ist ohne diese Unterstützung kaum denkbar. Gleichzeitig ist Israels wirtschaftliche und demografische Größe im globalen Maßstab mehr als begrenzt, auch wenn es in bestimmten Hochtechnologiebereichen durchaus bedeutende Kompetenzen aufgebaut hat. Vor diesem Hintergrund wirkt eine übermäßig emphatische Rhetorik deutscher Politiker nicht nur unangebracht, sondern verstellt auch den Blick auf die tatsächlichen Machtverhältnisse und gegenseitigen Abhängigkeiten.
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Rudi Eifert aus Langenhagen 7. Mai 2026 um 18:45 UhrLieber István - köszönjük a hozzászólását - Sie haben die Lage sehr gut zum Ausdruck gebracht. Lassen Sie mich nur noch ergänzen, dass wir uns zunehmend in Abhängigkeit von einem Staat bringen, der uns aufgrund unserer vermeintlichen uns ständig um die Ohren gehauenen historischen Kollektivschuld politisch die Luft zum Atmen nimmt. Wie Sie schon richtig sagen: Die Wortwahl unserer Politiker gegenüber einem mittlerweile autokratischen und brutalen Staat Israel ist eher skandalös. Die Kommentare ehemaliger deutscher Botschafter in Israel, die weniger Devotheit unserer Politiker gegenüber Israel und mehr Offenheit und Kritik fordern, sollten eigentlich die Politiker in Berlin zu einem Umdenken bewegen. Vielen Dank.
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
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