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06.05.2026
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Vorerst Ruhe im Persischen Golf
Straße von Hormus: Nach militärischen Scharmützeln hat sich Lage vorerst beruhigt
Die am Montag vollspurig als »Projekt Freiheit« gestartete US-Militäroperation in der Straße von Hormus ist allem Anschein nach nicht so recht in die Spur gekommen. Eine Zunahme des Handelsschiffsverkehrs – erklärtes Ziel von US-Präsident Donald Trump – war bis Dienstag nachmittag nicht zu verzeichnen, sehr wohl aber eine verschärfte militärische Anspannung auf beiden Seiten. Das iranische Oberkommando hatte unmittelbar nach der Ankündigung Trumps erklärt: »Wir warnen alle ausländischen Streitkräfte, insbesondere die aggressive US-Armee, dass sie angegriffen werden, sollten sie beabsichtigen, sich der Straße von Hormus zu nähern und hineinzufahren.« Handelsschiffe und Öltanker wurden dazu aufgefordert, sich mit den Streitkräften abzustimmen, um die Passage zu ermöglichen.
Zwei US-Handelsschiffe sollen laut Centcom am Montag flankiert von Lenkwaffenzerstörern die Meerenge passiert haben, Details wurden nicht genannt. Bestätigt wurde der Transit eines Schiffes der Reederei Mærsk. Das Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) dementierte wenige Stunden später und erklärte, ein US-Kriegsschiff mit Warnschüssen zur Umkehr gezwungen zu haben. Weiter meldete das US-Militär am Montag abend, sechs iranische Schnellboote der IRGC seien zerstört worden. Eine am Dienstag von der Agentur Fars zitierte Quelle sagte demgegenüber, die USA hätten »in einem eklatanten Verbrechen das Feuer auf zwei kleine Boote eröffnet, die Güter für Zivilisten transportierten«. Sie seien von Khasab an der Küste Omans in Richtung der iranischen Küste unterwegs gewesen, fünf Menschen seien getötet worden.
Anschließend wurden dem Iran Drohnen- und Raketenangriffe auf die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) vorgeworfen, bei denen am Montag abend auch der wichtige Ölhafen Fudschairah getroffen worden sei. Fars zitierte eine »gut informierte militärische Quelle«, die den mutmaßlich dadurch ausgelösten Großbrand auf ein »Abenteuer« des US-Militärs zurückführte. Die VAE sahen darin jedoch eine gravierende Eskalation seitens Irans und behielten sich das Recht vor, darauf zu reagieren. In den USA schlug Verteidigungsminister Pete Hegseth einen gemäßigteren Ton an und erklärte: »Wir suchen keinen Konflikt.« Und auch der Vorsitzende des Vereinigten Generalstabs, Dan Caine, sagte, dass die Angriffe des Iran nicht zwangsläufig bedeuteten, dass die Waffenruhe verletzt worden sei.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärte seinerseits, die Ereignisse vom Montag hätten gezeigt, dass es keine militärische Lösung für die Krise gebe. Die Friedensgespräche kämen unter Vermittlung Pakistans voran. Der Diplomat, der sich am Dienstag auf dem Weg zu Gesprächen mit seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi befand, warnte die USA und die VAE davor, sich in einen »Sumpf« hineinziehen zu lassen.
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