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18.04.2026
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Vietnam und China rücken weiter zusammen
Kooperation bei Staatsbesuch auf vielen Ebenen vertieft. Fokus auf Infrastruktur, die Austausch erleichtert
Es war der erste Staatsbesuch des neuen vietnamesischen Präsidenten To Lam, und er führte ihn den engen Beziehungen entsprechend in die Volksrepublik China. »Wir baden im selben Fluss. Ich schaue dorthin, du schaust hierher. Jeden Tag hören wir gemeinsam den Hahn krähen« – mit den Worten des 1966 entstandenen Freundschaftsliedes »Vietnam–China« wurde To Lam Mittwoch in der Großen Halle des Volkes in Beijing von Staats- und Parteichef Xi Jinping empfangen. Mit der Wahl zum Staatschef vereint To, der auch Generalsekretär der Kommunistischen Partei Vietnams (KPV) ist, seit dem 7. April die beiden höchsten Führungspositionen wieder in einer Hand. Dieser Schritt weicht von der bislang üblichen Praxis der geteilten Führung ab, bei der diese Ämter in der Regel von verschiedenen Personen bekleidet wurden, und spiegelt die Machtstrukturen in China und im benachbarten Laos wider.
In den vergangenen Jahren haben sich die beiden Nationen trotz der anhaltenden Uneinigkeit in bezug auf die Seegrenzen im Südchinesischen Meer einander wieder stärker angenähert. Mit Blick auf die von Washington angeheizten Spannungen zu China forderte Xi nun: »Beide Seiten müssen ein hohes strategisches Bewusstsein und eine starke strategische Entschlossenheit bewahren.« Zudem gelte es, an der vietnamesisch-chinesischen Freundschaft festzuhalten, wie es in einer im Anschluss veröffentlichten Erklärung hieß, und sich gegenseitig auf dem Weg zum Aufbau des Sozialismus entsprechend der Lage des jeweiligen Landes zu unterstützen. In den Bereichen Verteidigung und Sicherheit soll die Zusammenarbeit ebenfalls verstärkt werden. Mit Blick auf Taiwan bekräftigte To in der Erklärung die Ein-China-Politik, und erklärte, keine Beziehungen mit der chinesischen Provinz auf staatlicher Ebene zu entwickeln.
Beide Seiten unterzeichneten zahlreiche Kooperationsabkommen in strategischen Sektoren wie Infrastruktur, Logistik, Luftfahrt und digitaler Transformation, darunter ein Memorandum of Understanding über die Zusammenarbeit im Rahmen der von Beijing 2022 initiierten »Globalen Sicherheitsinitiative«. Dieses Konzept beinhaltet Grundprinzipien wie die Achtung staatlicher Souveränität und die Vermeidung gewaltsamer Konflikte für den Übergang in eine multipolare Weltordnung. Konkret wurde eine Hotline zwischen den Ministerien für öffentliche Sicherheit beider Länder vereinbart, auch zwischen den beiden Kommunistischen Parteien ist ein Kooperationsplan für die Zeit bis 2030 festgelegt worden.
Im vergangenen Jahr feierten beide Länder den 75. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen sowie das chinesisch-vietnamesische Jahr des zwischenmenschlichen Austauschs. In diesem Rahmen wurden im Mai 2025 die sogenannten Red Study Tours ins Leben gerufen, die den Austausch zwischen jungen Menschen in China und Vietnam fördern sollen. Bis März dieses Jahres sind laut Informationen des chinesischen Senders CGTN acht Themencamps in zehn Provinzen Chinas organisiert worden, an denen mehr als 1.000 vietnamesische Jugendliche teilgenommen haben. To und Xi trafen neben ihren bilateralen Gesprächen am Mittwoch auch mit 300 Teilnehmenden des Programms zusammen. »Die Jugend ist eine treibende Kraft für gesellschaftliche Entwicklung und Fortschritt und zugleich die Nachfolgegeneration, die die Anliegen beider Parteien und beider Länder weiterführen wird«, betonte Xi. Er forderte die jungen Menschen auf, ihre Kraft in den Dienst des menschlichen Fortschritts zu stellen. To ergänzte, dass er auf eine Vertiefung des Verständnisses für die vietnamesisch-chinesischen Beziehungen hoffe.
Erleichtert wird ein solcher Austausch durch eine verbesserte infrastrukturelle Anbindung –etwa durch die Erweiterung des chinesischen Schienennetzes bis zur vietnamesischen Grenze. So existieren bereits die Eisenbahnverbindungen Fangchenggang–Dongxing und die Hochgeschwindigkeitsstrecke Nanning–Pingxiang. Am 19. Dezember 2025 gab Vietnams stellvertretender Ministerpräsident und Außenminister Bui Thanh Son den Startschuss für die Modernisierung der (noch aus französischen Kolonialzeiten stammenden) Eisenbahnstrecke Lao Cai–Hanoi–Hai Phong auf Normalspur. Sie wird bei anvisierter Fertigstellung 2030 den größten Hafen Nordvietnams mit der chinesischen Provinz Yunnan verbinden.
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