-
15.06.2026, 18:21:41
- → Ausland
Israel will »Sicherheitszone« im Süden besetzt halten
Beirut. Die Kämpfe im Südlibanon haben am Montag nachgelassen, nachdem das Abkommen zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Krieges bekanntgegeben worden war. Bei einem israelischen Drohnenangriff auf ein Auto in der südlibanesischen Stadt Kfar Tebnit wurde der Fahrer getötet, gemeldet wurde Artilleriefeuer in weiteren Städten und Drohnen über Beirut und seinen südlichen Vororten. Die Behörden warnten die Vertriebenen davor, voreilig nach Hause zurückzukehren, da Israel unmittelbar ankündigte, seine Truppen im Süden zu belassen. Am Morgen hatte Vermittler Pakistan bekanntgegeben, dass eine Einigung erzielt worden sei, die »die sofortige und dauerhafte Einstellung der Militäroperationen an allen Fronten, einschließlich im Libanon«, vorsah.
Der israelische Kriegsminister Israel Katz, dessen Land nicht Vertragspartei des Abkommens zwischen den USA und dem Iran ist, erklärte jedoch, Israel werde sich nicht aus den sogenannten Sicherheitszonen im Südlibanon, im Gazastreifen und in Syrien zurückziehen. Zudem kündigte er Vergeltungsmaßnahmen an für den Fall eines iranischen Angriffs auf Israel aufgrund von Ereignissen im Libanon. Katz sagte, die »Sicherheitszone« im Südlibanon werde von der lokalen Bevölkerung geräumt und »die gesamte terroristische Infrastruktur, einschließlich der Häuser in den angrenzenden Dörfern« beseitigt.
Das israelische Militär zerstört seit Wochen Dörfer im Südlibanon und begründet dies damit, dass es gegen Hisbollah-Kämpfer vorgeht, die sich in zivilen Gebieten dieser überwiegend schiitisch-islamischen Region versteckt halten sollen. Hunderttausende libanesische Schiiten haben in anderen Teilen des Landes Zuflucht gesucht.
Ein Vertreter der Hisbollah erklärte gegenüber Reuters, die Gruppe habe seit Bekanntgabe des Abkommens keine Operationen durchgeführt, und fügte hinzu, ihre Haltung zur Waffenruhe hänge davon ab, ob Israel sich daran halte. Der Vertreter, der anonym bleiben wollte, fügte hinzu, die Hisbollah lehne die israelische »Bewegungsfreiheit« im Libanon ab, und erklärte, der Iran habe die Unterzeichnung des Abkommens mit den USA verzögert, um abzuwarten, ob Israel die Waffenruhe im Libanon einhalte. (Reuter/jW)
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
