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05.08.2014
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Die deutschen Exporte nach Rußland gingen schon 2013 zurück
Die deutschen Ausfuhren nach Rußland sind schon 2013 in eine Krise geraten. Die russische Wirtschaft, die es 2012 noch auf ein Durchschnittswachstum von 3,4 Prozent brachte, begann im zweiten Halbjahr 2012 zu stottern; 2013 wuchs sie nur noch um 1,2 Prozent. Entsprechend gingen die deutschen Rußland-Exporte, die 2012 den Rekordwert von 38 Milliarden Euro erreicht hatten, auf 36 Milliarden Euro zurück. »Für das laufende Jahr erwarten wir eher noch eine Verstärkung dieses Trends«, ließ Eckhard Cordes, Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, im Februar 2014 vernehmen. Die ohnehin schwächelnde russische Ökonomie wird nun allerdings durch den Konflikt um die Ukraine noch zusätzlich schwer gebeutelt. Zu den Folgen gehört etwa eine krasse Schwäche des Rubel, die die deutschen Exporte weiter bremst.
Hart getroffen hat die durch den Konflikt verschärfte Wirtschaftskrise bislang vor allem den deutschen Maschinenbau und die Kfz-Branche. Beide verzeichneten bei ihren Rußland-Exporten in den ersten fünf Monaten 2014 einen Rückgang um rund 20 Prozent. Der Automobilsektor sei zwar »nicht unmittelbar von den Sanktionen betroffen«, spüre aber »die wirtschaftliche Baisse in Rußland«, erklärte kürzlich Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA). Während Rußland unter den Abnehmern der deutschen Automobilbranche weltweit nur Platz neun einnimmt, ist es der viertgrößte Markt für den deutschen Maschinenbau. Entsprechend gravierend wirken sich die Absatzrückgänge in dieser Branche aus. Hinzu kommt, daß einige deutsche Maschinenbauer zu den – nicht allzu zahlreichen – deutschen Firmen gehören, die direkt von den Sanktionen getroffen werden: diejenigen, die Maschinen für die Erdölbranche oder »Dual Use«-Güter produzieren. Darüber hinaus beklagen manche deutschen Maschinenbauer schon jetzt, daß sich das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für die Erteilung von Ausfuhrgenehmigungen wegen des Ukraine-Konflikts schon seit einer Weile mehr Zeit nimmt als zuvor. Das schlägt – Zeit ist bekanntlich Geld – im Ergebnis durchaus negativ zu Buche.
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