1950 sagten die Inder Nein zur Brasilien-WM. Die Truppe kickte schuhlos, nur mit Socken, die kurz vor den Zehen abgeschnitten waren. So waren sie bereits bei den 14. Olympischen Sommerspielen 1948 in London unterwegs.
Boykotte sind so alt wie die Fußballweltmeisterschaften selbst. Der erste Weltmeister Uruguay ist bis heute die einzige Nation, die nicht zur Titelverteidigung antrat. Nicht etwa weil 1934 in Italien die Mussolini-Festspiele stattfanden. Die Urus waren einfach beleidigt …
Es ist mittlerweile zur Mode geworden, den Boykott der Fußball-WM zu fordern. Irgendein Grund findet sich immer. 1964 hatte der afrikanische Verband wirklich einen guten Grund, der Qualifikation für die WM 1966 in England fernzubleiben.
Die Kicker vom Parque Patricios hatten ein Vierteljahrhundert nicht im Bajo Flores beim Papstklub San Lorenzo de Almagro gewinnen können. Mann des Abends wurde der Ecuadorianer Jordy Caicedo …
Die Achtelfinals der Copa Sudamericana stehen bevor. In den Playoffs für den Einzug unter die letzten sechzehn traten die Gruppendritten der Copa Libertadores gegen die Gruppenzweiten der Sudamericana an.
Franco Baresi war der ewige Kapitän der AC Milan, ihre Ikone, der letzte Libero des Calcio, dem Positionsdenken ein Greuel war. Die legendäre Nummer 6 spielte nicht nur elegant, er war auch extrem zweikampfstark, beherrschte das Tackling, war manchmal eher Ausputzer als Libero.
Bei der Copa Sudamericana qualifizieren sich nur die acht Gruppenersten für das Achtelfinale. Die jeweils Gruppenzweiten müssen in Playoffs gegen die Gruppendritten der Copa Libertadores antreten.
Fußball ist ein Kontaktsport. Wer gewinnen will muss hart an der Grenze des Erlaubten agieren. Die Argentinier machen das mit Verve. Die Deutschen früher traditionell auch.
Das erste Mal so richtig wahrgenommen habe ich Kevin Keegan im Landesmeister-Pokalfinale 1977 in Rom zwischen Liverpool und Mönchengladbach. Das war damals nach den Boca Juniors weltweit das Nonplusultra. Doch das interessierte Keegan nicht.
Der Kampf um den Ballbesitz war schnell entschieden. In Minute 113 hatte Spanien 744 Pässe zu verzeichnen, Argentinien 324. Trotzdem gaben die Argentinier nicht auf: Den dominanten Spaniern lieferten sie eine heroische Abwehrschlacht. Vergeblich.
Nach zehn Sekunden wusste jeder Depp, dass er etwas Historischem beiwohnte. In Katar war Argentinien der Jäger, in Nordamerika bis dato der Gejagte. Deshalb konnte Argentinien nicht mehr den Hurrafußball kicken wie vor vier Jahren. Aber gegen England war er zurück.
Am Sonnabend verstarb 89jährig in Vicente López, Provinz Buenos Aires, eine der größten Fußballegenden Argentiniens, Antonio Ubaldo Rattín. Er spielte zeit seines Lebens für den Club Atlético Boca Juniors, für den er von 1956 bis 1970 auflief.