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Barrio-Klassiker

Foto: Daiana Panza/NurPhoto/IMAGO

Einen wunderschönen guten Morgen! Der größte Barrio-Klassiker der Welt ging am Sonntag am vierten Spieltag der argentinischen Meisterschaft (Torneo Clausura) im Stadion Nuevo Gasómetro mit 0:2 an die Gäste vom Club Atlético Huracán. Die Kicker vom Parque Patricios hatten ein Vierteljahrhundert nicht im Bajo Flores beim Papstklub San Lorenzo de Almagro gewinnen können. Mann des Abends war der Ecuadorianer Jordy Caicedo, der beide Treffer markierte. Während also die Gemeinde von Huracán sich im Himmel wähnte, sangen die Anhänger der Heiligen das ganze Spiel über Schmonzetten wie: »Spieler, zeigt Eier, der Gegner ist ein Niemand!« Das ging nach hinten los.

San Lorenzo war ein Schweizer Käse und in der Vorwärtsbewegung gripslos. Ecuadors Nationaltormann Hernán Galíndez verbrachte einen geruhsamen Nachmittag im Gehäuse des Globo. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit gelang Caicedo nach Vorarbeit von Innenverteidiger Lucas Carrizo und Rechtsaußen Juan Bisanz der Führungstreffer. Nach etwa einer Stunde machten die Gäste den Sack dann mit einer Reihe schöner Kombinationen und einem Pass von Facundo Kalinger zu. Nun schwollen den Sanlorencistas die Eier, es kam zu wüsten Raufereien und Rangeleien, wobei Orlando Gill den von Boca Juniors ausgeliehenen argentinisch-schweizerischen Rechtsverteidiger Lucas Blondel mit einem Kopfstoß niederstreckte und dafür nach VAR-Erkenntnissen zum Frühduschen verbannt wurde. Dem Spiel von San Lorenzo kam das in der Folge nicht direkt zugute.

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Der 38malige Meister River Plate, gespickt mit Katar-Weltmeistern, schreibt indes Fußballgeschichte. Vier Spiele, vier Niederlagen, alle zu Null, miserabler ist aktuell niemand im silberländischen Balltreten unterwegs. Jetzt ging der Betriebsausflug ins Estadio José Dellagiovanna in Victoria (Gran Buenos Aires) beim Club Atlético Tigre in die Binsen. Die Riverplatenses triangulierten nicht, es wollte kein assoziatives Spiel aufkommen, sie warfen sich dem Gegner zum Fraß vor, waren leichte Beute für ein Tigre, das hinten Zement anrührte und auf Konter lauerte. Nach einem bösen Abwehrschnitzer von Aníbal Moreno war es dann so weit, Ignacio Russo versenkte die Pille sehenswert im Kasten von Santiago Beltrán, der Torwartzukunft Argentiniens. Ein Dolchstoß für dieses River Plate ohne Richtung, ohne Ideen, der nur noch mehr Fragen aufwarf: Der Millonario wurde auch vom Matador gedemütigt. Ob die Verpflichtung des nächsten Katar-Weltmeisters – Thiago Almada wurde von Atlético Madrid verpflichtet – daran kurzfristig etwas ändern wird, kann bezweifelt werden. Der Trainersessel von Eduardo »Chacho« Coudet jedenfalls wackelt beträchtig. Noch so ein Ding und er kann stempeln gehen. Morgen hätte River Plate eigentlich zum Achtelfinalhinspiel der Copa Sudamericana in Bogotá bei Independiente Santa Fe antreten müssen. Das Erdbeben kam dazwischen.

Unbesiegt sind nur noch die Tabellenführer der beiden 15er-Gruppen, Vélez Sarsfield und Argentinos Juniors. Vélez holte einen goldenen Punkt im Auswärtsmatch bei Boca Juniors (1:1), die Juniors gewannen alle Spiele, am Montag gegen Racing Club (2:1), der nach einem Ellenbogencheck seines Goalgetters Adrián »Maravilla« Martínez ab der 20. Spielminute in Unterzahl kickte. Aufsteiger Estudiantes Rio Cuarto aus der Provinz Córdoba verlor in Mendoza bei Pokalsieger Independiente Rivadávia (1:2) und wird die Klasse am Ende wohl nicht halten können.

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Erschienen in der Ausgabe vom 12.08.2026, Seite 16, Sport

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