Zum Inhalt der Seite

Zweite Chance

Foto: Josuo Cortez/ZUMA Press/imago
Dünne Luft: Zweikampf auf 3.500 Metern Höhe (La Paz, 23.7.2026)

Einen wunderschönen guten Morgen! In der Copa Sudamericana, dem kleinen Bruder der Copa Libertadores, stehen die Achtelfinals fest. Es handelt sich um die 25. Austragung des Wettbewerbs, ein kleines Jubiläum.

In den Playoffs für den Einzug unter die letzten 16 zwischen den Gruppenzweiten der Sudamericana und den Gruppendritten der Libertadores konnten sich nur dreimal die nominell favorisierten Teams durchsetzen. Der 101jährige Club Bolívar aus La Paz gewann im weißen latifundistischen Farmersüden Brasiliens bei Grêmio in Porto Alegre. Den einzigen Treffer notierte der Kolumbianer Dairon Asprilla schon nach einer Viertelstunde. Boca Juniors musste im chilenischen Rancagua eine Extrarunde drehen: Nach einem späten Gegentreffer des Gastgeberteams O’Higgins schleppten sich die Xeneizes mühsam durch die Lotterie des Elfertretens und obsiegten am Ende mit 4:3. Der Club Independiente Santa Fe aus Bogotá gewann ebenfalls auswärts beim Caracas FC mit 5:0.

Fünf Libertadores-Versager schafften hingegen den Abstieg in die Sudamericana nicht und dürfen Fußnägel kauen. Sporting Cristal aus Lima verlor in Bragança Paulista beim Brauseklub Bragantino, dem »verrückten Stier«, mit 0:1. Das Tor, das das Achtelfinale bedeutete, gelang dem aus der Kleinstadt Lauro Müller in Brasiliens Süden stammenden Innenverteidiger Pedro Henrique nach einer Stunde. Der Club de Regatas Vasco da Gama kapitalisierte das Remis im Hinspiel bei Independiente Medellín mit einem 1:0-Erfolg im São Januário von Rio de Janeiro durch einen Last-Minute-Treffer von Thiago Mendes. Der 50fache uruguayische Titelträger Nacional Montevideo konnte zwar das Rückspiel im Norden von Groß-­Buenos-Aires beim Club Atlético Tigre mit 2:1 für sich entscheiden, damit jedoch nicht die harte 0:3-Niederlage von vor einer Woche wettmachen. Immerhin, erst in Minute 82 war Santi López der Anschlusstreffer für die Argentinier gelungen – es hätte auch böse enden können.

Anzeige

Titelverteidiger CA Lanús darf künftig kleinere Brötchen backen. Das Hinspiel gegen Club Cienciano (Perú) war mit einem Tor in der 95. Minute noch 2:0 ausgegangen. Im Inca-Stadion von Cusco (3.400 Meter Höhe) erwischte es die Granatroten aus Argentinien indes brutal: Schon zur Pause stand es 3:0 für die Gastgeber, am Ende gar 4:0. Die Ecuadorianer Carlos Garcés und Alejandro Hohberg (Linksaußen) trafen je doppelt. Der FC Santos darf hingegen wieder Körnerzeugs in den Teig streuen. Nach dem deutlichen 4:1 in Caracas bei Universidad Central entschied der Peixe auch das Rückspiel im Vila Belmiro deutlich mit 4:2, drehte aber erneut erst in der zweiten Halbzeit auf – zur Pause stand es noch 1:1. Dann kam Neymar Junior und bestrafte die Halbschuhtouristen aus dem hohen Norden mit seiner Spielintelligenz.

Die Achtelfinals starten kommende Woche. Boca Juniors hat mit dem Recoleta FC aus Asunción auf dem Papier einen vermeintlich leichten Gegner, der allerdings seine Gruppe unbesiegt vor dem FC Santos und Papstklub San Lorenzo de Almagro eintütete. Argentiniens Rekordmeister River Plate misst sich in Bogotá mit Independiente Santa Fe. Bereits im Viertelfinale wäre somit ein argentinischer Superclásico möglich. River Plate ist mit drei Niederlagen in Folge historisch torlos in die neue Meisterschaft gestartet. Am Sonntag verlor der Millonario vor über 80.000 Zuschauern daheim gegen Rosario Central mit Ángel Di María. Den einzigen Treffer notierte Nico Otamendi, Rivers Kapitän und Vizeweltmeister von New Jersey, ins eigene Netz. Auch Boca Juniors (ein Spiel weniger) hat noch nicht gewonnen.

→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 05.08.2026, Seite 16, Sport

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Pressefreiheit schützen, Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!