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Mit dem Rücken zur Wand
Einen wunderschönen guten Morgen! Bei der Copa Sudamericana qualifizieren sich nur die acht Gruppenersten für das Achtelfinale. Die jeweils Gruppenzweiten müssen in Playoffs gegen die Gruppendritten der Copa Libertadores antreten. Sogar die Playoffs haben Traditionsklubs wie América de Cali und Millonarios de Bogotá (beide Kolumbien, zusammen gewannen sie dort 31 Meisterschaften) sowie Papstklub San Lorenzo de Almagro und Racing Club (beide Argentinien, zusammen 33 Meisterschaften) verpasst. Drei der Gruppenersten sind Brasilianer, vier weitere Brasuca-Teams wurden Zweite. Die »Absteiger« aus der Libertadores sind weniger namhaft, als man annehmen könnte. Independiente Medellín (Kolumbien) ist dabei, Nacional Montevideo (Uruguay) sowie – und da klingen schon die Glocken – der 35malige argentinische Meister Boca Juniors aus Buenos Aires. Die Xeneizes waren in der Libertadores daheim von der Universidad Católica aus Santiago de Chile eliminiert worden.
Vergangene Woche fanden die Hinspiele der Playoffs statt. Bolívar kämpfte in der Höhe von La Paz Grêmio Porto Alegre mit 3:2 nieder, nachdem die Brasilianer im ersten Abschnitt zweimal ausgeglichen hatten. Im Brasileirão (20. Spieltag) sicherte sich Grêmio am Sonntag mit einem Last-Minute-Treffer noch einen Punkt gegen Fluminense. Dennoch stehen sie, wie auch Lokal-rivale Internacional, mit dem Rücken zur Wand – gut möglich, dass Porto Alegre nächste Saison nur noch ein Team in der Série A hat. Am Sonntag tritt Grêmio im Achtelfinale der Copa do Brasil bei Mirassol an. Die brasilianischen Teams von Bragantino und Vasco da Gama spielten auswärts bei Sporting Cristal (0:0 in Lima, Perú) sowie bei Independiente Medellín (2:2) Remis und dürften durch sein.
Boca Juniors traf in der Bombonera (Pralinenschachtel) auf den chilenischen Liga-Zehnten O’Higgins aus Rancagua, der sein Trikot überraschend auf Augenhöhe verteidigte. Der einzige Treffer gelang dem Uruguayo Miguel Merentiel quasi mit dem Pausenpfiff nach Traumpass von Vizeweltmeister Leandro Paredes. Das Rückspiel morgen in Chile verspricht einen Kampf bis aufs Messer. Ihre Liga-Auswärtsspiele am Sonntag verloren beide Elfen, wobei Boca Juniors zum Auftakt in Argentinien bei dem kleinen Klub Deportivo Riestra eine historische 0:3-Schlappe kassierte, die schon vor der Pause konsumiert war. (Im Pokal hatte Riestra jüngst sensationell San Lorenzo eliminiert.) Tags zuvor hatte bereits Rekordmeister River Plate vor rund 85.000 Zuschauern gegen den No-Name-Klub Barracas Central 0:1 verloren. (Zwei Tage vor dem WM-Endspiel war River im Sechzehntelfinale der Copa Argentina mit 1:3 an Abstiegskandidat Aldosivi aus Mar del Plata gescheitert.) In der Startelf standen die beiden Vizeweltmeister Gonzalo Montiel und Nico Otamendi (von Benfica Lissabon gekommen) sowie der Weltmeister von Katar, Marcos Acuña. Alle spielten durch. Ángel Correa, ebenfalls Katar-Weltmeister und gerade von den Tigres UANL aus Mexiko zum Millonario transferiert, wurde in der zweiten Halbzeit eingewechselt.
Auch Tigre und der FC Santos sollten durch sein. Die Argentinier spielten beim 3:0 in Montevideo den 50maligen Meister Nacional an die Wand. Auf der Rückfahrt zur Fähre wurde ein argentinischer Fanbus von zwanzig Projektilen durchlöchert, eine Person wurde verletzt. Santos gewann, ohne Neymar Jr., in Venezuela bei Universidad Central mit 4:1. Am Wochenende traf Neymar beim 2:2 im Heimspiel gegen den Tabellenletzten Chapecoense doppelt. In weiteren Spielen siegte Santa Fe (Bogotá) mit 2:0 gegen Caracas, Titelverteidiger Lanús (Gran Buenos Aires) mit demselben Resultat gegen Cienciano aus Cusco, Perú.
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Stella D. aus Berlin 3. Aug. 2026 um 16:55 UhrDie WM ist infantino, äh, finito. War irgendwie amüsant. (Lesen Sie unbedingt sämtliche Artikel Dahlmeyers & Leserbriefe!) Bin bei Freunden, die jW online vor mir. Gut. Ergebnisse stimmen (lach). Vorsichtige Prognose: sicherlich. Beifall. Dahlmeyer hat dazugelernt! Dann stoße ich darauf: Genosse Dahlmeyer! Ihr Nachruf auf Kevin Keegan atmet herrlich melancholisch. Super! Gleichzeitig entführen Sie uns tief in die Fußballromantik von 1980. Warum nicht? Echte Legenden dürfen gehuldigt werden! Doch während Sie das Hamburger 5:1 gegen Real Madrid abfeiern, reiten Sie vom Sonnenuntergang zurück und schießen sich beim eigenen Mythos in eine krasse, finanzmathematische Abseitsfalle. Armer Praktikant in Wolfenbüttel, der fürs Kaffeekochen und Aktenvernichten so fürstlich entlohnt wurde, dass er sich von »den paar Kröten« den allerersten Walkman der Stadt, 'ne Streifenhose und 'ne Panikschnalle leisten konnte! Respekt! Wie lang ging dieses Praktikum? Jahre? Zur historischen Erinnerung: Der frisch auf den Markt gekommene Ur-Walkman von Sony schlug damals mit stolzen 498 D-Mark zu Buche (Preissturz im Herbst auf ca. 300 D-Mark, immer noch stattlich). In einer Ära, in der man Praktikanten mit einem feuchten Händedruck abspeiste, müssen Sie wohl bestbezahltester Kaffeekoch der gesamten BRD gewesen sein. Als aufrechter Kämpfer (selbst gegen eigene Armut) wäre eine Spende an Ärmere, statt es im Konsumrausch auf den Kopf zu hauen, auch schön gewesen. Wenn Sie den Drang zum Luxusgut textlich beichten, hätten Sie für die Story viel besser eine reiche, verpönte Erbtante haben können! Das Geschenk empört abgelehnt, sich dann zähneknirschend abgefunden. Also, wenn Sie sich schon kreativ neu erfinden, hätten sie sich ja freuen können, die alte, reiche Bonzin geschädigt zu haben. Ja, wenn schon Egotripp … Etwas mehr textliche Erdung, weniger fiktive Heldenmärchen. Wobei? Was bleibt übrig? Zumindest schriftstellerisch ein rührender Nachruf auf Keegan. Chapeau & Peace.
Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Berufung möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
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