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Vor dem Sturm

Neue US-Angriffe auf Iran drohen

Von Jörg Kronauer
Foto: Majid Asgaripour/WANA/REUTERS
Iranische Freiwillige in einem militärischen Ausbildungszentrum (Teheran, 4.10.2026)

Nach den Wahlen kann das Bomben und Morden wieder beginnen. Seit geraumer Zeit ist bekannt, dass die US-Regierung neue verheerende Angriffe auf Iran plant, die sie auch konkret vorbereitet. Damit versetzt sie den gesamten Mittleren Osten in ernste Sorge. Dass er den Befehl dazu nicht vor den Midterms am Dienstag geben wird, hatte US-Präsident Donald Trump bereits vor geraumer Zeit bekräftigt. Und wenngleich man auf sein Wort nichts geben darf: Der Iran-Krieg ist in der US-Bevölkerung weiterhin unpopulär; tote US-Soldaten hätten Wählerstimmen gekostet. Nach dem Urnengang aber ist ihm die Meinung der Bevölkerung egal. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu drängt ohnehin auf einen erneuten Waffengang, um seinen womöglich bevorstehenden Amtsverlust zu verhindern. Wieder drohen Tod und Zerstörung.

Vieles spricht dafür, auch wenn niemand ausschließen kann, dass Trump droht, um Iran Zugeständnisse abzupressen. Über die Gründe wird spekuliert: Soll neue Verwüstung die iranische Wirtschaft endgültig kollabieren lassen und Teheran zur Kapitulation zwingen? Oder soll sie nur einen Anlass schaffen, damit Trump – wahrheitswidrig – »Sieg!« brüllen und den Krieg beenden kann? Was auch immer: Teheran wird unerbittlich zurückschlagen und die Verluste für die USA und ihre Verbündeten in die Höhe treiben – sicherlich am Golf, vielleicht aber auch nicht nur dort. Wer auch immer die schrägen Gestalten losgeschickt hat, die sich kürzlich mitten in der Nacht in einer dubiosen Aktion an der britischen Air Base Fairford aufgreifen ließen: Sie haben auf die Verwundbarkeit US-­genutzter Militärstützpunkte in Europa aufmerksam gemacht.

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Der erneute US-Angriff droht, während andere im Mittleren Osten hartnäckig auf ein Ende des Mordens hinarbeiten. Nein, das sind weder die USA noch die Staaten Westeuropas. Rund eine Woche ist es her, da hielten Außenminister und andere wichtige Staatsfunktionäre aus Iran und den Ländern des Mekka-Abkommens (Saudi-Arabien, Pakistan, Türkei) ein Treffen in Teheran ab, bei dem sie sich um einen Abgleich ihrer Interessen und damit um Frieden im Mittleren Osten bemühten. Als Mittler betätigt sich einmal mehr China; am Montag hielt sich ein führender Repräsentant der iranischen Staatsspitze zu Gesprächen in Beijing auf. Das gibt trotz des erneuten Säbelrasselns ein wenig Anlass zur Hoffnung.

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Erschienen in der Ausgabe vom 03.11.2026, Seite 1, Ansichten

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