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Riads Berater

Foto: STR/AP/dpa
Schwarzer Rauch über einer Ölförderanlage im Süden Riads (3.10.2026)

Um eine Waffenlieferung des Irans an die Ansarollah zu unterbinden, bombardierte Saudi-Arabien im Juli die jemenitische Hauptstadt Sanaa. Das ließen sich die auch »Huthis« genannten Milizionäre nicht gefallen und brachten im September die Meerenge Bab Al-Mandab unter ihre Kontrolle. Nun passieren weniger Frachtschiffe den Flaschenhals am südlichen Ende des Roten Meeres, derweil ein saudisch geleitetes Militärbündnis und die Ansar Allah militärische Schläge tauschen. Mehr zu verlieren hat dabei Saudi-Arabien. Allah sei Dank, kann es sich an sachkundigen Journos orientieren.

»Die wichtigste Lehre für Saudi-Arabien ist, dass es ein Fehler war, seine Sicherheit den USA zu überlassen«, quittierte France Inter am Mittwoch den Irrweg, den das Königreich nach dem Zweiten Weltkrieg eingeschlagen hat. Wer mit den Amis paktiere, dürfe nicht »glauben, sich aus dem Konflikt mit dem Iran heraushalten zu können«. Mag Donald Trump noch so loyal beteuern, »er könne im Kampf gegen die Huthis helfen«, er werde drei Wochen vor den Midterms »keine Lust haben, in einen neuen Krieg zu ziehen«. Das Urteil: Als Schutzmacht habe die USA »heute sehr an Glaubwürdigkeit verloren«.

Il Manifesto attestierte dem Land schon am Tag zuvor, in einer Zwickmühle zu stecken: Es bleibe »nichts anderes übrig, als auf die Hilfe von Trump zu setzen und auf die der Europäer, die immer bereit sind, den Herren des Öls unter die Arme zu greifen«, da Riad »Milliarden Dollar für westliche Waffen ausgegeben« habe, »die gegen Raketen und Drohnen der Huthis wenig ausrichten konnten«. Diese missliche Lage »könnte den gesamten Nahen Osten noch stark verändern«, mutmaßte derweil die FAZ. Denn »in dieses strategische Wespennest« habe Trump »mit einer Mischung aus Selbstherrlichkeit und Unkenntnis hineingestochen«.

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Bei Interia in Polen sickerte am Mittwoch die Erkenntnis durch, dass die heimische Außenpolitik womöglich genau denselben Irrweg beschreitet wie die saudische: »Nur jemand, der nicht ganz bei Verstand ist«, könne das Versprechen, »dass man uns zu Hilfe kommen werde«, noch glauben. Nur ist das souveränere Bewusstsein nicht minder militaristisch: »Auch die europäischen Länder mit ihrem wachsenden Nationalismus driften zunehmend in Richtung Pazifismus ab.«

Weltfremd müssen solchen Bellizisten Bedenken vorkommen, wie sie Sözcü am Wochenende anmeldete: Unterstütze man Riad, würde die Türkei »gegenüber dem Iran an derselben Front verortet wie die USA und Saudi-Arabien«. Die türkische Zeitung pocht auf Reziprozität und entsprechend sorgfältige Auswahl der Schlachtfelder: »In welcher unserer nationalen Fragen hat das nun von uns unterstützte Saudi-Arabien je an unserer Seite gestanden?« Warum stellt man solche Fragen hierzulande nicht? (nu)

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Erschienen in der Ausgabe vom 15.10.2026, Seite 2, Ansichten

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