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»Unblock Cuba!«

Vor Kuba gekapert

US-Küstenwache fängt Tanker mit »illegalem« Treibstoff für Inselstaat ab

Foto: Ricardo Arduengo/REUTERS
Von Washington erzwungene Privatisierung: Eine ehemals staatlich betriebene Tankstelle in Havanna (2.10.2026)

In einem erneuten Piratenakt hat die US-Küstenwache ein mit Treibstoff für Kuba beladenes Schiff geentert, unter ihre Kontrolle gebracht und in den mexikanischen Hafen Progreso eskortiert. Wie die den US-Streitkräften unterstellte Behörde am Freitag bekanntgab, wurde das 100 Meter lange Containerschiff »Grace« im Rahmen »koordinierter Maßnahmen gegen den illegalen Treibstoffhandel mit Kuba« aufgebracht. In Puerto Progreso habe ein Inspektionsteam der mexikanischen Marine »große Mengen Treibstoff in den Ballasttanks der Grace« entdeckt. In einer ähnlichen Aktion sei das Motorschiff »Jaira Provider« bereits im Sommer daran gehindert worden, »illegal« Treibstoff auf die Insel zu transportieren, heißt es in der Mitteilung der US-Küstenwache.

Wie die New York Times berichtet, war die »Grace« am 5. September im Karibischen Meer zwischen Mexiko und Kuba gekapert worden. Die Küstenwache machte keine Angaben dazu, woher der Treibstoff auf den beiden abgefangenen Schiffen stammte, teilte jedoch mit, dass sie aus dem panamaischen Hafen Colón ausgelaufen waren. Die unter der Flagge der Komoren fahrende »Grace« gehört einem in Riga (Lettland) registrierten Unternehmen, die »Jaira Provider« ist in St. Kitts und Nevis beheimatet. Vertreter der Küstenwache lehnten es ab, Auskunft darüber zu geben, wie die Behörde zu der Behauptung gelangte, dass der Treibstoff für Kuba bestimmt war, und verwiesen lediglich auf »Geheimdienstinformationen«.

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Während ein Sprecher der Küstenwache den Piratenakt mit der Behauptung rechtfertigte, »illegale Treibstofftransporte« würden »gegen das Völkerrecht verstoßen«, kommentierte die New York Times am Freitag: »Die Maßnahmen zeigen, dass die Trump-Regierung nicht nur mit Strafzöllen droht, sondern das Militär einsetzt, um die Treibstoffblockade gegen Kuba durchzusetzen.« Diese Politik habe »zu weitverbreitetem Leid unter den Einwohnern geführt«. Das mexikanische Außenministerium hatte auf eine Anfrage der Tageszeitung La Jornada mit der Bitte um Informationen zur Beteiligung mexikanischer Behörden an der Operation, nach Angaben der Zeitung bis zum Wochenende nicht reagiert.

Obwohl der Bestimmungsort des Schiffes von Havanna zunächst nicht bestätigt wurde, beklagte das kubanische Außenministerium am Freitag, dass »im Jahr 2026 bislang nur ein einziger Tanker« die Insel erreicht habe. Außenminister Bruno Rodríguez hatte die Treibstoffblockade gegen sein Land in der UN-Generalversammlung vor einer Woche als Seeblockade bezeichnet, »die im Völkerrecht als Kriegshandlung definiert ist«. Seit Januar sei die Politik der Trump-Regierung noch »grausamer und gefährlicher« geworden. »Der Wirtschaftskrieg richtet sich gegen das Volk und trifft die gesamte kubanische Bevölkerung. Er fordert Menschenleben, verursacht individuelles und kollektives Leid und erzeugt Ängste«, erklärte der Diplomat.

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Erschienen in der Ausgabe vom 05.10.2026, Seite 7, Ausland

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