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Flugverkehr

Air Asia in Nöten

Malaysia: Gerüchte über Pleite der Billigfluglinie. Gewerkschaft NUFAM warnt vor Massenentlassungen

Foto: Anadolu Agency/IMAGO

Südostasiens größter Billigflieger Air Asia steckt in einer schweren Krise. Nachdem die Regierung bereits in Krisengespräche mit Vertretern der größten Konkurrenten, Malaysia Airlines und Batik Air, gegangen ist, wiegelt die Konzernspitze am Hauptsitz in Malaysia ab. Im zweiten Quartal hatte Air Asia einen Nettoverlust von 831 Millionen Ringgit (rund 178 Millionen Euro) mitgeteilt. Grund seien hohe Treibstoffkosten und Wechselkursverluste in Höhe von 331 Millionen Ringgit gewesen, hieß es. Die malaysische Flugbegleitergewerkschaft National Union of Flight Attendants Malaysia (NUFAM) befürchtet nun den Verlust Tausender Jobs.

Der Kogründer von Air Asia, Tony Fernandes, hatte vergangene Woche mitgeteilt, das Unternehmen benötige keine Rettung durch die Regierung. Die Lage sei zweifellos »sehr angespannt«, berichtete Channel News Asia daraufhin. Fernandes könne die bekannten Zahlen zu Verbindlichkeiten nicht einfach wegwischen. Doch habe die Airline gerade erst ihre behördliche Zulassung bei der Aufsichtsbehörde erneuert, berichtete Malay Mail am Montag. Sie gilt demnach drei Jahre, bis September 2029.

Die Beschäftigten beruhigt das nicht. Kabinenpersonal, Piloten, Techniker und Bodenpersonal seien oft die ersten, die »Restrukturierungen« bei finanziellen Krisen mit heftigen Lohnkürzungen oder gar Arbeitsplatzverlust zu spüren bekämen, zitierte Free Malaysia Today die Gewerkschaft NUFAM am Wochenende mit dem Appell, von Massenentlassungen abzusehen. Laut dem Datenportal Revelio Labs hat der Gesamtkonzern derzeit 239 Flugzeuge im Einsatz und hat gut 18.500 Beschäftigte. 14.000 sollen dabei auf die wichtigsten Standorte in Südostasien entfallen, weitere rund 4.000 auf andere südasiatische Länder. Die Zahl ist seit 2023 nahezu stabil.

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Die Gewerkschaft fürchtet, dass viele Entlassungen bevorstehen, weil Air Asia schon einige Routen eingestellt und mehrere gerade gelieferte Maschinen weiterverkauft hat, ohne sie überhaupt in Betrieb zu nehmen. Malaysias Regierung soll mit Malaysian Airlines und Batik Air bereits erörtert haben, ob sie bei einer Pleite ganze Segmente des Air-Asia-Liniennetzes zumindest in Malaysia selbst übernehmen könnten. Chandran Rama Muthy, der Chef von Batik Air, hatte am vergangenen Mittwoch gegenüber der Agentur Bernama erklärt, seine Gesellschaft könne im Bedarfsfall »zügig« zusätzliche Maschinen in Dienst stellen und das Flugangebot ausbauen.

Air Asia hatte im ersten Quartal bei den Inlandsflügen einen Marktanteil von einem Drittel, so die Angaben der Luftfahrtbehörde. Ein weitgehender Wegfall von Linien wäre ein schwerer Einschnitt, denn der Abstand zu Malaysian (17,1 Prozent) und Batik Air (10,3 Prozent) ist beträchtlich. Die malaysische Regierung könnte gezwungen sein, zur Aufrechterhaltung eines Mindestangebotes unrentable Linien bei Übernahme durch Konkurrenten zu subventionieren, orakelte schon die South China Morning Post für den schlimmsten Fall.

Anfang Januar will die Konzernführung von Air Asia eine Milliarde US-Dollar frisches Kapital einsammeln, um damit in erster Linie bestehende Kredite umzuschulden. Die Gewerkschaft NUFAM mahnte, die Beschäftigten über konkrete Pläne jedweder Art rechtzeitig zu informieren. Die Belegschaft müsse mitgenommen werden.

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Erschienen in der Ausgabe vom 23.09.2026, Seite 8, Kapital & Arbeit

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