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Gen Z regelt

Macht, was ihr wollt

Protest gegen Sozialabbau und Militarisierung: »Gen Z regelt«

Foto: Teresa Suarez/AP/dpa
Lowkey tuff, wie die Insta chillen, während Bullen Crashout gehen

Jeder vierte junge Mensch muss sich in der BRD eine Existenzgrundlage zusammenkratzen – tagein, tagaus. Diesen Mangel organisiert die Bundesregierung, als webte sie ein Leichentuch: Kindersofortzuschlag kassiert, Elterngeld wie Unterhaltsvorschuss dezimiert und BAföG-Novelle weichgespült. Zusehends zerbröckelt derweil das Bildungssystem – von der Kita, wo Erzieher ihre Gesundheit opfern, um notdürftig Engpässe auszugleichen, bis zur Hochschule, wo einstürzende Hörsaaldächer das Wohl von Lehrenden wie Lernenden gefährden. Gleichsam verstümmelt sind auch Integrationshilfe und Psychotherapie. Nur eine Alternative bieten die Elendsverwalter den hoffnungslosen Jugendlichen: gut bezahlt sterben am »G36« für den deutschen Imperialismus.

Wer jung ist und an dieser Misere nicht verdient, kann diesen Staat und seine herrschende Klasse nur verachten. Dieser Zorn entlädt sich nun. »Gen Z regelt«, eine spontan unter dem Eindruck der Jugendproteste in Frankreich entstandene Bewegung, bläst zum Protest. Mehr als 160.000 Jugendliche wollen dem Aufruf folgen und fordern: »eine Politik, die in Bildung, soziale Sicherheit, Gesundheit und bezahlbares Leben investiert – statt bei der jungen Generation zu sparen«. Wehrpflicht und totale Überwachung verdammen sie. Zum Vergleich: Auf mehr als 200 Milliarden Euro beläuft sich das Investitionsdefizit im Bildungssystem; gegensteuern will der Bund 2027 mit rund 2,5 Milliarden – für Aufrüstung sind 110 Milliarden vorgesehen.

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Inzwischen aber dulden die Hardliner dieser Linie keine sozialdemokratischen Forderungen mehr. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt beschwor einen linksradikalen »Kampf gegen das demokratische System«, bei dem »Krawallmigranten«, legte Polizeigewerkschaftsboss Jochen Kopelke nach, »Städte in Schutt und Asche zu legen« planten, bis die Junge Union schließlich forderte, Kindern das Militär auf den Hals zu hetzen. Ihr Rufmord wirkt: Die Bundesschülerkonferenz ging auf Distanz, während bundesweit Luxusgeschäfte ihre Schaufenster verbarrikadierten. Allerdings räumten BMI und BKA ein, dass ihnen »keine Erkenntnisse zu konkreten Gewaltaufrufen« vorlägen, und »Gen Z regelt« betonte ferner: »Gewalt gegen Menschen oder Sachen widerspricht allem, wofür wir stehen.«

Und sollte es doch zu vereinzelten Ausschreitungen kommen: Was wären solche Randale gegen die alltägliche Gewalt des Klassenstaats BRD? Alles eine Frage von Klasse.

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Erschienen in der Ausgabe vom 31.10.2026, Seite 1, Titel

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