Luftnummer des Tages: Teslas Roadster
Tesla Roadster
Es ist eine Farce: Die Wünsche von Milliardären gehen, so weltfremd ihre Luftschlösser auch sein mögen, in Erfüllung. »Wir wollten fliegende Autos, statt dessen bekamen wir 140 Zeichen«, quengelte Peter Thiel 2011 in einem Manifest, »die Zukunft« habe ihm und seinesgleichen nicht genug Gepränge eingehandelt. Vergangene Woche hatte das Warten endlich ein hässliches Ende.
Acht Jahre kostspielige Entwicklung reichten aus, damit ein »Tesla Roadster« für wenige Sekunden vom Boden abheben konnte. Stolz, als hätte er soeben das Flugzeug erfunden, triumphierte Elon Musk auf seinen ehemaligen Geschäftspartner und Stichwortgeber Bezug nehmend: »Nicht mehr!« Und lieferte seine Bewertung der vergegenwärtigten Zukunft – oder des eingebauten Düsenantriebs? – gleich mit: »Really sucks.« Die Zukunft jedenfalls können gleichsam Vorwärtsgewandte ab 2028 für nur 250.000 US-Dollar käuflich erwerben.
»Das Tesla-Fahrzeug erfüllt nicht die Definition eines Luftfahrzeugs«, ließ die US-Flugaufsicht die visionären Träume indes prompt wieder platzen. Mit Blick auf die Bilanz des Autokonzerns kann von Höhenflügen ohnehin keine Rede sein, erscheint der Stunt eher als stilvolle Bruchlandung. Zumal die US-Straßenverkehrsaufsicht auch sicherlich konkretere Träume von Vermarktung in Frage stellte: Scheine das »Fahrzeug den Gesetzen der Physik zu trotzen«, werde es sich doch »geltenden Sicherheitsstandards für Kraftfahrzeuge des Bundes« beugen müssen. Bodenständig.
»Mein OG-Roadster umkreist immer noch den Mars und die Erde«, erinnerte Musk unbeirrt an einen Prototypen, den er ins All hatte schießen lassen. Einziger Lichtblick angesichts dieser hirnverbrannten Dekadenz bleibt, dass Musk und Co. nicht alle Autos in die Wolken oder auf den Mond schießen können. Irgendwann könnten auch sie im Kofferraum landen. Die Zukunft ist immerhin offen.
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