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Linke-Wahlkämpfer des Tages: Dieter Dombrowski

Foto: Berlinfoto/IMAGO
Hört die Signale: Dieter Dombrowski, hier im Landtag zu Potsdam, dem er zwischen 1999 und 2019 für die CDU angehörte

Es soll ja Leute geben, deren politisches Gedächtnis weiter zurückreicht als vier Wochen. In diesen Tagen, in denen die Linkspartei in Berlin ihren Wahlkampf auf der Einsicht aufbaut, dass die Mieten- und Wohnungskrise in das Stadium einer Katastrophenlage eingetreten ist, die die Wahl entscheiden kann, plagen sie unschöne Erinnerungen. Ob den Bekenntnissen zur nun aber wirklich angestrebten Vergesellschaftung der Bestände großer Wohnungskonzerne zu trauen ist?

Dagegen spricht (nicht nur) der Herbst 2021. Damals ließ sich die Linke in den Koalitionsverhandlungen die bis dahin von ihr (ohne vorzeigbare Resultate) besetzte Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen von der Immobilienlobby (SPD) abnehmen und billigte einen Koalitionsvertrag, mit dem Kurs auf die Versenkung des Enteignungs-Volksentscheides genommen wurde. Das sorgte für viel Unmut. Aber der regierungslinke Flügel bekam, was er wollte.

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Wer deshalb 2026 dem Standpunkt »Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube« zuneigt, wird nun von unerwarteter Seite aufgefordert, der Partei mehr zuzutrauen. Dieter Dombrowski, Vorsitzender der famosen »Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft«, schaltete sich am Donnerstag in den Berliner Wahlkampf ein und ließ via RND verbreiten: »Verstaatlichungen sind der Weg zum Sozialismus.«

Kann Berlin also sozialistisch werden? Die Linkspartei verspricht das gar nicht. Aber Dombrowski lässt sich nicht täuschen. Und er warnt vor der Rückkehr der DDR: »Wohnungen gab es damals keine. Und wenn es welche gab, dann waren sie in einem jämmerlichen Zustand – mit Ausnahme der Neubauten.« Wohnungen gab es damals keine – das war also wie heute. Aber es wurden ordentliche und noch dazu billige Wohnungen für die Leute gebaut? Wenn Dombrowski es bis zum 20. September schafft, der Linkspartei solche Pläne unterzuschieben, treibt er sie über 50 Prozent.

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Erschienen in der Ausgabe vom 28.08.2026, Seite 3, Ansichten

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