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Uncle Fucka

Foto: Jennifer Gauthier/REUTERS

Einen Krieg zwischen den USA und Kanada hat es in der Historie zweimal gegeben. 1775/76 und von 1812 bis 1815. Dagegen einzuwenden wäre, dass der erste zu einer Zeit stattfand, als weder Kanada noch die USA als unabhängige Staaten existierten, und der zweite, als zumindest Kanada noch immer britische Kolonie war. Bleibt der dritte amerikanisch-kanadische Krieg des Jahres 1999 in der visionären Fiktion von »South Park – Der Film«. Ausgelöst wurde dieser Krieg – siehe da – durch gegenseitige Pöbeleien. Jetzt herrscht wieder Krieg, wenn auch nur auf der Handelsebene.

Die deutsche Presse hat an Kanadas Premier einen Narren gefressen. Mark Carney, das ist einer mit Schneid, einer der Trump Paroli bietet, einer, den sie hier auch gebrauchen könnten. »Carney«, schreibt die FAZ, »dürfte in seinem Element sein. Schon im Wahlkampf des vergangenen Jahres sagte er: ›In Krisenzeiten bin ich am nützlichsten.‹«

Das findet allerdings auch der Tagesspiegel, denn schließlich dreht sich die Krise nicht um die Güte von Ahornsirup oder die Größe der Elchpopulation. Sie erfasst Identität und Zusammenhalt jener imperialistischen Kulturregion, die man Westen zu nennen sich angewöhnt hat, und also auch den »alten« Kontinent. Das Hauptstadtblatt ergo ganz hymnisch ob der Trotzhaltung des Kanadiers: »Wieder einmal zeigt er dem Rest der westlichen Mittelmächte, wie man mit der aggressiven Politik der USA umgeht. Wieder einmal schafft er es, die Interessen seines Landes zu wahren – und dabei seine Selbstachtung zu behalten. Das ist vorbildlich.«

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Weshalb nun das Handelsblatt sich vorstellen kann, dass »andere Länder, die von Trumps Zollzirkus betroffen sind, (…) nun sehr genau auf das Beispiel Kanada schauen« werden – »und sich möglicherweise ermutigt fühlen, ähnlich vorzugehen«.

Auch in den benachbarten Niederlanden wird Carney mit Lob bedacht. De Volkskrant schreibt: »Carney unterscheidet sich mit seinem harten Kurs von vielen anderen Staatsmännern (…) und sucht die Konfrontation.«

Wohingegen der britische Daily Telegraph skeptisch ist: »Welches Signal sendet es an andere Länder, allen voran an China, wenn zwei G7-Staaten ihre Handelsbeziehungen auf diese Weise beschädigen? (…) Der Westen ist durch böswillige globale Akteure schon ausreichend bedroht, ohne dass man nun auch noch mutwillig einen Keil zwischen zwei seiner standhaftesten demokratischen Säulen treiben sollte.«

Calm down. In Italien weiß man um das Wesentliche. Der Corriere della Sera hat Sapere vivere: »Im Handelskrieg zwischen Washington und Ottawa gibt es vorerst nur einen Gewinner: kanadischen Whisky. Leicht, ideal für Cocktails und im Premiumsegment hochwertig genug, um amerikanischen Bourbon zu ersetzen.« (brat)

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Erschienen in der Ausgabe vom 26.08.2026, Seite 2, Ansichten

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