Versteckspieler des Tages: Russische Agenten
Extrablatt! Eilmeldung! Geheimes Waffenlager in Berlin aufgetaucht. Die Nachricht über die »Szenen wie in einem Spionagethriller« (Tagesschau.de) förderten am Freitag die Rechercheure von WDR, NDR, und SZ zutage. Nun stellen sich Fragen wie: Wie viele Geheimdienststenographen braucht es, um eine Glühbirne zu wechseln? Und wie viele Waffen braucht ein Ort, um als Waffenlager zu gelten?
Die in diesem Fall auf der Hand liegende Antwort lautet: zwei. In dem Versteck an der Landesgrenze zwischen Berlin und Brandenburg, das übrigens »professionell angelegt« worden sei, fanden Ermittler zwei »Faustfeuerwaffen«, berichtete SZ am Donnerstag. Keine Panzerfäuste, wir sind hier nicht in der Wohnung Daniela Klettes. Gemeint sind Pistolen oder Revolver. Sie waren da und sie waren »scharf«. Mit den zwei Knarren könnte eine schwere staatsgefährdende Gewalttat in Planung gewesen sein. Deswegen ermittelt offenbar schon seit November 2025 der Generalbundesanwalt. Denn gefunden wurde das Versteck angeblich schon im Spätsommer vergangenen Jahres. Behörden hätten einen »heißen Tipp« erhalten und bereits einen Verdächtigen in Rumänien festgenommen. Woher die Spur kam, ist unklar. Die Beamten hatten das »Waffenlager« zwar überwacht, »doch es geschah – nichts«.
Wer A sagt, muss auch B sagen. A ist dieser Tage so ziemlich alles, und B ist immer Russland. Der Verfassungsschutz gehe davon aus, dass die Waffen dort hinterlegt worden waren, um im Auftrag Moskaus »kinetische Operationen«, also Mordanschläge, durchzuführen. Vom Fund eines russischen Agentenausweises war nicht die Rede, aber das Deponieren von Ballermännern im Wald gehörte »schon zu Zeiten des Kalten Krieges zum Standardrepertoire der damaligen Sowjetunion«, wusste die SZ. Unter Verdacht: der »Russengeheimdienst« (Bild). Wird so vorgelegt, muss der Innenminister kaum noch nachlegen. Wie schon im Fall der Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig verkündete Dobrindt gleichentags, dass eine »Beteiligung fremder Mächte« nicht auszuschließen sei.
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