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42 zu eins
Dax-Vorstandsgehälter 2025 abermals gestiegen: Im Schnitt auf das 42fache eines normalen Beschäftigtengehalts
Nicht wenige Arbeiter müssen hierzulande mittlerweile schon froh sein, wenn eine Gehaltserhöhung auch nur die Inflation ausgleicht, also wenigstens auf keine faktische Verschlechterung der eigenen finanziellen Situation hinausläuft. Sorgen freilich, die in den höchsten Chefetagen der Bundesrepublik niemanden zu grämen brauchen: Die Vorstände der Dax-Konzerne haben 2025 um vier Prozent höhere Vergütungen erhalten als im Vorjahr, wie aus der am Donnerstag präsentierten diesjährigen Vorstandsvergütungsstudie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hervorgeht. Damit ging der Durchschnittsvorstand im zurückliegenden Jahr mit über 3,9 Millionen Euro in der Tasche nach Hause.
Was für die meisten ohnehin schon schwindelerregende Zahlen sind, stellt sich im Verhältnis zu den Gehältern normaler Angestellter noch drastischer dar: Ganze 42mal höher lagen die Vorstandsvergütungen in den Dax-Konzernen laut der Aktionärsinteressenvertretung über denen der Aufwendungen für in diesen Unternehmen Beschäftigten. Spitzenreiter war Adidas: Hier steckte die Chefetage das 106fache der durchschnittlichen Personalaufwendungen pro Mitarbeiter ein. Dagegen wirkt beispielsweise die Hannover Rück mit einem Verhältnis von 19 zu eins geradezu egalitär – was allerdings auch damit zusammenhängt, dass die mittleren Aufwendungen je Angestelltennase dort mit 130.000 Euro deutlich höher liegen als bei Adidas mit 49.000 Euro.
Am meisten erhalten laut DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler im Schnitt die Vorstände der Deutschen Bank mit rund 7,5 Millionen Euro. Die »magische Schallmauer von zehn Millionen Euro als Vergütungsgrenze, die aus unserer Sicht gesellschaftlich und auch innerhalb der Unternehmen noch vertretbar ist«, sei derweil in den Dax-Konzernen im vergangenen Jahr gleich zweimal durchbrochen worden, bemängelte er weiter: Demnach bekam der SAP-Vorstandsvorsitzende Christian Klein eine Gesamtvergütung von 10,85 Millionen Euro, Deutsche-Bank-CEO Christian Sewing kassierte 10,50 Millionen.
Im internationalen Vergleich herrscht unter den Dax-Chefs damit allerdings noch immer quasi Pauperismus: Goldman-Sachs-Chef David M. Solomon übertrumpfte 2025 laut DSW-Geschäftsführerin Christiane Hölz mit einer Vergütung von 105,3 Millionen Euro das deutsche Kapital bei weitem, ebenso Satya Nadella, CEO von Microsoft, mit einer Vergütung von 85,5 Millionen Euro.
Als positiv bewertete die DSW die Entwicklung, dass ein wachsender Anteil der Vergütung aus variablen Werten – also zum Beispiel Unternehmensanteilen – besteht. »Das ist grundsätzlich der richtige Weg. Vorstandsvergütung sollte nachhaltigen Unternehmenserfolg belohnen und nicht kurzfristige Quartalsergebnisse«, meinte Hauptgeschäftsführer Tüngler. »Eine hohe Vergütung kann angemessen sein – wenn sie Ausdruck außergewöhnlicher Wertschaffung ist«, hieß es seinerseits weiter.
Aus den luftigen Höhen der Millionengehälter der Vorstände zurück zur Lebensrealität der Millionenscharen von Arbeitern in der BRD. Anders, als von den Unternehmenslobbyisten und der Merz-Regierung tagtäglich propagiert, schießen die Arbeitskosten hierzulande keineswegs ungebremst in die Höhe. Wie eine ebenfalls am Donnerstag veröffentlichten Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zeigt, belegt die Bundesrepublik Stand 2025 bei den Arbeitskosten mit 45,7 Euro pro Arbeitsstunde nur noch den siebenten Platz in der EU, während es 2024 noch der fünfte war. »In der deutschen Industrie war die Zunahme mit zwei Prozent sogar EU-weit die geringste in diesem Wirtschaftsbereich«, hieß es seitens des Instituts weiter.
Ausschlaggebend für die durchaus steigenden Lohnstückkosten – also die Arbeitskosten im Verhältnis zur Produktivität – sei laut den Studienautoren nicht der Arbeitskostenanstieg, sondern »die anhaltende Nachfrageschwäche, die die Wirtschaftsentwicklung dämpfte«. Vielleicht ließe sich hier ja durch produktive Umverteilung gewisser Managergehälter etwas nachhelfen.
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