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Der Mekka-Pakt

Foto: IMAGO / APAimages

Am Freitag haben Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan nach monatelangen Verhandlungen das »Mecca Joint Defence Agreement« (Gemeinsames Verteidigungsabkommen von Mekka) vereinbart. Der türkische Außenminister Hakan Fidan begründete es mit den Worten: »Externe Großmächte, die in die Region kommen, lösen die Probleme nicht. Sie machen sie nur noch schlimmer.« Deutsche Kommentatoren sehen das auch so und ärgern sich über Donald Trump.

So schreibt die Frankfurter Rundschau, die sunnitischen Regionalmächte hätten »ihre Lehren aus dem Krieg der USA und Israel gegen den Iran gezogen«: »Vor allem die Saudis zeigen, dass sie sich verteidigungspolitisch nicht mehr auf Washington verlassen wollen.« Der Einfluss Deutschlands, der EU und der USA werde jedenfalls im Nahen und Mittleren Osten geringer.

Die Süddeutsche Zeitung meint, es sei klar, gegen wen sich das Abkommen, das sie einen »Sandalentritt in den amerikanischen Hintern« nennt, richte: »gegen die Islamische Republik Iran. Und gegen Israel.« Es handele sich »um eine weitere Facette der Neuordnung nach dem Kalten Krieg«. Man könne »das zum antikolonialen Selbstermächtigungsprozess verklären. Oder einfach nur als gefährlich begreifen.«

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Die Taz fasst zusammen: »Pakistan hat eine große Armee, die Saudis haben Geld und die Türkei die Militärtechnik. Das soll allen dreien nutzen, denn sie werden weniger abhängig von US -Waffenkäufen.« Hinzu kämen die Atomwaffen Pakistans: »Sowohl die Saudis wie die Türkei gehen davon aus, dass es Trump und Israels Premier Netanjahu letztlich nicht gelingen wird, den Iran vom Bau einer Atombombe abzuhalten. Für diesen Fall wollen sie vorbereitet sein, und dafür ist die pakistanische Atomtechnik die beste Möglichkeit zur eigenen Atombombe, unabhängig von den USA.«

Die FAZ hält resignierend fest: »Wie nach dem Lehrbuch schließen sich jetzt die drei wichtigsten Mächte aus der Nachbarschaft zusammen, um ein Gegengewicht zum Machtzuwachs für Teheran zu schaffen, mit dem Trumps törichter Krieg zu enden droht.« Und weiter: »Trump mag sich (und seinen Wählern) weiter einreden, dass er am Golf einen großen Sieg errungen habe. Drei seiner Verbündeten, einer davon ein NATO-Mitglied, sehen es realistischer: Iran wird auf absehbare Zeit ein Störfaktor im Nahen Osten bleiben, gegen den man besser zusammenarbeitet.« Es sei zwar nicht »allzu realistisch«, dass Saudi-Arabien in Pakistan eine Atombombe kaufe, »aber auch in dieser Hinsicht hat Trump bisher das Gegenteil von dem erreicht, was er angeblich wollte: Sein Angriff hat nicht nur Iran den Wert von Atomwaffen vor Augen geführt, sondern auch den anderen Ländern der Region.« (as)

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Erschienen in der Ausgabe vom 11.08.2026, Seite 2, Ansichten

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