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Doppelmoral
Infantino hat verloren. Seine Idee, Vermarktungsrechte der FIFA-Turniere an Investoren zu verkaufen, um noch mehr Geld zu machen, dürfte wohl gescheitert sein. Zu groß war schnell der Widerstand aus Europa, Nordamerika und Asien. Für mich als Fußballfan ist das zunächst eine gute Nachricht. Alles hilft, was den Kommerz einschränkt und den Irren aus der FIFA-Zentrale stoppt. Man sollte aber genau hinschauen, wer hier in welcher Form protestiert hat. Männer des Fußballs wie UEFA-Präsident Aleksander Čeferin oder auch Bernd Neuendorf vom DFB oder Hans-Joachim Watzke von der DFL waren die Lautsprecher des Protestes. Was für eine Doppelmoral. Ich sehe heute noch das verkniffene Gesicht von Watzke vor mir, als er vor die Fernsehkameras trat, um mitzuteilen, dass das Investorenmodell der DFL aufgrund der Fanproteste gescheitert sei. Wenn es aber gegen Gianni Infantino geht, dann ist man laut, da kann man nichts verkehrt machen.
Auch Herr Neuendorf stimmt auf einmal in den lauten Tenor ein. Vorher hatte man nie etwas Kritisches von ihm gehört. Probleme im DFB wie beispielsweise die Regionalligareform bleiben ungelöst, da seine Landesfürsten ihm auf der Nase herumtanzen. Auch Herrn Čeferin kann der Fan kaum glauben. War es nicht die UEFA, die noch vor kurzem die Champions League aufblähte, um mit noch mehr Vereinen höhere Gewinne zu erzielen? Wo waren all die jetzigen Mahner und Protestler, als Infantino die WM aufblähte, sie auf drei Kontinente vergab oder eine riesige Klub-WM einführte? Sie waren alle still, da sie ja mitverdienen konnten.
Nein, solange all diese Herren ihre Doppelmoral zelebrieren, bekommen sie von mir keinen Beifall. Entweder sie werden ehrlich oder sie treten endlich ab.
»Sport frei!« vom Fananwalt.
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