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Auf ein Neues
Auch Ralf Rangnick hat seinen Kader verkündet. Der deutsche Trainer der österreichischen Fußballnationalmannschaft der Herren hat das ohne Kapperl getan, wie man in Österreich sagt, er hat sich auch nicht halbironisch zu nur »einem unter neun Millionen« erklärt. Aber Ansagen hat er gemacht: Altvordere sind draußen, müssen sich erst wieder einen Klub suchen (David Alaba) oder in Schwung kommen (Marcel Sabitzer, der allerdings freiwillig pausiert). Dafür gibt es ein paar Rückkehrer und ein paar Neue, auch aus der österreichischen Bundesliga. Aber gut, die Gegner in der Nations League heißen Kosovo, Israel und Irland.
Hart ist der alte RR mit den Auftritten seiner Schützlinge bei der WM in Nordamerika ins Gericht gegangen: Die Fitness habe nicht gestimmt, nicht einmal bei Laufmaschinen wie Xaver Schlager (damals noch RB Leipzig). Oder wie es bei Rangnick auf gut fußballdeutsch hieß: »Wir haben uns schwergetan, die Leistung physisch so abzurufen.« Auch habe man vielleicht zuviel Zeit mit Golfen verbracht. In den USA ist Golf ein Volkssport, ein weiterer Beweis dafür, wie abstrus es da drüben zugehen muss. Dass man gegen Argentinien und Spanien verlieren kann, ist klar. Wenn man aber mal gegen sie gewinnen möchte, muss schon mehr kommen. Das ging irgendwie nicht.
Also will man jetzt mehr auf die Fitness achten: »Wir haben uns entschlossen, nur Spieler einzuladen, die dann auch matchfit sind. Spieler, die die Einheiten, wo es heavy-metal-mäßig scheppert, mitmachen können«, so Rangnick. Klingt irgendwie sehr nach Metal-Fan Jürgen Klopp.
Baustellen gibt es beim ÖFB so einige. Der Sportdirektor ist weg, ein neuer noch nicht gefunden. Man könnte wetten, dass es einer aus dem Energiebrauseimperium wird. David Alaba wird in einer überbezahlten Rentenliga anheuern, wenn nicht in den USA, dann in Saudi-Arabien – eine Rückkehr zur Austria oder in die deutsche Bundesliga wäre eine Sensation. Während in der Münchner Arena zum x-ten Mal ein Endspiel der europäischen Meisterklasse stattfinden wird, ist man in Wien vom Neubau eines Stadions oder dem Umbau des ehrwürdigen Ernst-Happel-Runds noch Jahrzehnte entfernt. Karl Kraus wird gern ein alter Berliner Witz untergeschoben: »Wenn die Welt untergeht, gehe ich nach Wien. Dort passiert alles zehn Jahre später.« Das muss nicht immer was Schlechtes sein.
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