Export und Mörderpack
Das Kriegs- und Realsatiremagazin Spiegel raunt, dass China und Russland seit 2023 militärisch eng zusammenarbeiten. Am Dienstag nimmt Deutschlandfunk-Redakteur Christoph Heinemann die Sensation als Faktum und fragt den CSU-Außenpolitiker Stephan Mayer, ob man nicht von einem »russisch-chinesischen Angriffskrieg« sprechen müsse. Antwort: Wenn das wahr sei, dann »müsste das Auswirkungen haben auf die deutsche China-Politik«. O je, o je, tut das in Beijing weh.
Am selben Tag titelt die Financial Times: »Chinas monatliche Autoexporte übersteigen erstmals die Marke von einer Million«. Die Briten lassen die Zahlen für sich sprechen, die deutschen Medien jammern. Faz.net: »Deutschlands Export nach China stagniert, in die Gegenrichtung ist der Anstieg rasant.« Immerhin berichtet die FAZ-Plattform: »Im Handel mit Ländern wie Malaysia, Japan, Brasilien und Australien hat China sogar ein deutliches und wachsendes Handelsbilanzdefizit.« Und Südkoreas »Lieferungen nach China übersteigen die Lieferungen in der Gegenrichtung um rund die Hälfte.«
Woran das liegt, sagen die Bürgermedien nicht. Aber auch vom chinesisch-russischen Angriffskrieg gibt es wenig positive Nachrichten, es sei denn, man halluziniert wie die NATO in Ankara in ihrer Abschlusserklärung: »Wir sind entschlossen, unseren Kampfvorteil zu wahren.« Die Welt übernimmt am Dienstag vom britischen Telegraph, neuerdings auch Springer, einen Gastbeitrag von Walerij Saluschnij, Botschafter der Ukraine in Großbritannien und von 2021 bis 2024 Oberbefehlshaber der Kiewer Streitkräfte: »Noch hat Russland nicht verloren.« Neues hat er nicht zu sagen, wundert sich aber über die NATO-Euphorie über angebliche Erfolge. Im »Zermürbungskrieg« herrschen aus seiner Sicht »Gleichgewicht« und »Blockade«, langfristige Hilfe aus dem Westen sei fraglich. Saluschnij führt das darauf zurück, dass die NATO gegründet wurde, um »eine direkte Konfrontation zwischen den Atommächten zu verhindern«. Er hält diese »strategische Kultur« für einen Mangel.
Moralisch und geistig noch tiefer geht es hierzulande jederzeit bei der AfD. Die Welt berichtet, deren NRW-Landesparteitag sei am Sonntag »im Chaos« geendet, und zitiert haufenweise Pöbeleien oder Anreden wie »Alice Merkel«. Und die NZZ schildert eine Filmvorführung vor AfD-Blökern in Berlin-Blankenburg: »Als Migranten erschossen werden, gibt es Applaus. Ein AfD-Bundestagsabgeordneter zeigt ›Citizen Vigilante‹ in seinem Büro – angeblich als Zeichen gegen die ›Zensur‹.« Die Exportquote interessiert das Möchtegernmörderpack nicht. Aber was macht der Schauspieler Bernd Michael Lade bei der AfD in Blankenburg? (as)
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