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Mali

Taten folgen Worten

Separatistenoffensive im Norden Malis beendet

Foto: IMAGO/ITAR-TASS
Russlands Außenminister Lawrow bespricht am Mittwoch in Niamey die Lage mit seinem nigrischen Amtskollegen Yaou Sangaré Bakary

Die Triumphmeldungen gingen dem Sieg gleich mehrfach voraus. Seit Tagen meldeten Onlinemedien in Mali – Printzeitungen spielen in dem westafrikanischen Flächenstaat so gut wie keine Rolle –, die Streitkräfte des Landes (Forces armées maliennes, Fama) sowie ihre russischen Verbündeten hätten die Stadt Anéfis im Nordosten zurückerobert und »die Rebellion niedergewalzt«.

Gemeint ist damit die gemeinsame Offensive, die Dschihadisten von der aus dem Netzwerk Al-Qaida hervorgegangenen und in dem Sahelstaat aktiven »Gruppe zur Verteidigung des Islam und der Muslime« – gebräuchlich werden die französische Abkürzung GSIM und das arabische Kürzel JNIM benutzt – und Tuareg-Separatisten der »Befreiungsfront von Azawad« (Front de libération de l'Azawad, FLA), am vergangenen Sonnabend starteten.

Bei den Attacken vom 4. Juli handelt es sich um die zweite Angriffswelle der vereinigten Kräfte von GSIM/JNIM und FLA seit ihrer gemeinsamen Großoffensive vom 25. April dieses Jahres. Die wirkliche Rückeroberung von Anéfis durch die malische Armee, gemeinsam mit dem in dem Land eingesetzten »Afrika Corps« der Russischen Föderation – es ersetzte dort die russische private Militärfirma Wagner –, erfolgte jedoch am Freitag morgen. Tage nach den über Whats-App und anderen, im Land vielgenutzten sozialen Netzwerken verbreiteten Siegesankündigungen. Militärsprecher bestätigten die Einnahme am späten Vormittag, während FLA-Sprecher ankündigten, man habe die Stadt verlassen, angeblich »aus eigener strategischer Entscheidung und um zivile Opfer zu vermeiden«.

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Bis dahin hatten sich einige malische Soldaten und überwiegend russische Kombattanten in der Festung der Stadt Anéfis verschanzt. Am Donnerstag abend traf Verstärkung der malischen Armee und der russischen Verbände ein, um den Belagerten zu Hilfe zu kommen. Der Konvoi war auf dem Weg durch GSIM-, JNIM- sowie FLA-Kombattanten auf der Höhe der ländlichen Kommune Tabankor im Raum Gao angegriffen worden, konnte aber dennoch durchkommen.

Nach dem Beginn der dschihadistischen Offensive Ende April war in Mali von vielen zunächst die relative Passivität der russischen Einheiten hervorgehoben und durch die einen kritisiert, durch andere begrüßt worden. Um auf die Kritik zu antworten, die auch geopolitischen Einflussverlust in der Region zur Folge hätte haben können, weiteten die russischen Kräfte ihren Einsatz jedoch nach der Separatistenoffensive aus. Am Mittwoch hielt sich der russische Außenminister Sergej Lawrow in der Hauptstadt der Republik Niger, Niamey, auf und versicherte den Sahelstaaten anhaltende Anstrengungen zu ihrer Verteidigung. Die linke französische Tageszeitung L’Humanité qualifizierte seinen Auftritt als einen »Versuch der Gesichtswahrung gegenüber den Staaten der Sahelallianz«, die 2023 durch Mali, Burkina Faso und Niger gegründet wurde.

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Erschienen in der Ausgabe vom 11.07.2026, Seite 7, Ausland

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