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Kein normaler Sommer

Hitzerekorde

Foto: Christoph Schmidt/dpa
Arbeiten in glühender Hitze (Stuttgart, 26.6.2026)

Die ganz große Hitze ist vorbei, weitergezogen gen Osten. Nach einer vorerst letzten tropischen Nacht, in der die Temperaturen in weiten Teilen des Landes nicht unter 20 Grad Celsius fielen, wird es zu Wochenbeginn erst einmal in weiten Landesteilen reichlich Gewitter geben. Abzuwarten bleibt, wie heftig diese ausfallen, denn je wärmer es ist, desto mehr Feuchtigkeit ist in der Luft und desto größer ist das Zerstörungspotential. Und nein: Es ist nicht einfach nur Sommer, also normal.

In der vergangenen Woche sind hierzulande und mehr noch bei den westlichen Nachbarn reihenweise Rekorde gepurzelt. Frankreich erlebte Anfang vergangener Woche mit 44,3 Grad Celsius in Pissos südlich von Bordeaux seinen heißesten Tag in der Geschichte der dortigen Temperaturaufzeichnungen. Großbritannien verzeichnete seinen heißesten Junitag seit Beginn der Datenerhebung, und der Deutsche Wetterdienst berichtet, dass es nie zuvor eine derart intensive Hitzewelle so früh im Jahr gegeben hat. Für gewöhnlich werden derlei Hitzerekorde eher im Hochsommer, das heißt, im Juli und August, aufgestellt. Entsprechend meldet zum Beispiel der Kölner Rettungsdienst, dass er zahlreiche Menschen retten musste, die aufgrund der hohen Temperaturen lebensgefährliche Zusammenbrüche erlitten hatten.

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Das alles wie auch etwa Temperaturen von 15 Grad Celsius in der Antarktis, wo gerade Winter herrscht, zeigen: Der Klimawandel ist keine vage künftige Bedrohung mehr. Er ist im vollen Gange und entwickelt sich längst zur Klimakrise. Deren Ursachen sind bestens bekannt. Eigentlich schon seit deutlich mehr als hundert Jahren, aber als wissenschaftlicher Konsens, dokumentiert in inzwischen vermutlich über 100.000 Fachpublikationen aus aller Welt, seit rund 40 Jahren. Es sind Treibhausgase wie das Kohlendioxid aus der Verbrennung von Erdölprodukten, Kohle und Gas oder das Methan, das unter anderem im größeren Umfang bei der Gasgewinnung per sogenanntem Fracking freigesetzt wird.

Und dennoch setzt die Bundesregierung ganz auf neue Gaskraftwerke und ‑heizungen, will uns noch für Jahrzehnte an die fossile Wirtschaft ketten und den Mietern viel zu hohe Heizkosten bescheren. Dabei haben wir gerade mal wieder mit dem Krieg der USA und Israels gegen den Iran gesehen, wie schnell die Preise für die fossilen Brennstoffe in die Höhe schießen können.

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Erschienen in der Ausgabe vom 29.06.2026, Seite 1, Ansichten

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