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WM-Kolumne

Nietzsche

Gras

Foto: IMAGO/Depositphotos
Die Umwertung aller Werte: WM-Totem

Und es wird nichts Neues daran sein, ewig rollt das Rad des Seins, und deshalb informierte uns Sven Lorig, der kosmische, grenzenlos unfähige Moderator des ARD-»Morgenmagazins«, darüber, dass Messi und Kane »über vierzig« sind, und er gab an den Strand Kalifornien an der norddeutschen Küste ab, an den »zweiten einzigen Ort«, an dem es regne, und dort, in Kalifornien, stand unser lieber Kuschel-Peter Großmann, der »ein bisschen eingetröpfelt« war, und er fragte eine Sängerin, »warum der« – ein Song – »aus dem künstlerischen Hirn geflossen ist«, und ich war wie all die Jahre zuvor hin und weg vom dümmsten Peter, den unser Land hervorgebracht, und ich kramte meine Mitschriften aus dieser Woche zusammen und verkünde vom Berge oder jedenfalls der Düne des Daseins herab, was unser überirdischer Peter so gesagt hatte: »Das ist immer ’ne Diskussion, die man so führt.« – »Sprechen ist ja genau das, was wir machen sollen, machen müssen.« Und wir wollen »zurückgehen in unseren (sic!) kleine Historie«, und »wir gucken noch mal ’nen kleinen Schlenker auf das deutsche Team«, und »die Stars haben getroffen, das ist ja auch sehr, sehr schön gewesen«, »es fallen also Tore bei dieser Fußballweltmeisterschaft«, und »da gibt’s auch viele Tiere, die das Orakel machen«, »das ist ja so ’n Begriff, den man so prägen (sic!), dann weiß man, was gemeint wird«, und »ist das so ’n Trainertyp, der für alle gut geht?«, meine Güte, wer soll das wissen, aber, Mensch Meier, »am Ende machten sie das Happy-End dann noch klar«, und die Expertin Inka Grings pflichtete dem schnuckeligen Peter, der beim Bolzen zweimal zu oft auf den Kopf gefallen sein muss, bei: »Das ist einfach dieser WM-Spirit«, und die Inka wurde am Mittwoch abgelöst von Olaf Thon, dem Umwerter aller Werte, und Thon tönte (Redakteur Merg, diese Formulierung bitte verbessern! jrth – Kompetente Redakteure ändern natürlich in »dröhnte«, pm), Deutschland sei »einer der acht besten Favoriten«, und während wir gestern, am Freitag, darüber grübelten, ob ein derartiges Fernsehen, eine derartige infantil-debile Unfassbarkeit, nicht schleunigst wegmüsse, hämmerte Thon in Anbetracht eines Hundes mit schwarz-rot-goldenem Körperschmuck raus: »Alles für Deutschland!«

Und nun steht Polen hoffentlich medial offen.

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Erschienen in der Ausgabe vom 20.06.2026, Seite 10, Feuilleton

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