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Schurkenstaat des Tages: Luxemburg

Foto: Direction de la Défense
Damit man jeden Tag weiß, wofür genügend Geld da ist. Luxemburgischer Vorschlag für die 100-Euro-Note

In den nuller Jahren war ich in West Wendover in Nevada, einem Halbwüstenkaff direkt an der Grenze zu Utah. West Wendover lebt von seinen Casinohotels und der Freizügigkeit prächtig. Du kannst überall saufen und rauchen, Prostitution ist erlaubt. Die Leute sind ungemein angenehm. Als mich das Daddeln und Schnapstrinken in den verdunkelten, klimatisierten Spielhallen langweilte, latschte ich über die Interstate 80 hinüber zur Air Force Base, wo eine militärische Flugschau stattfand. Da dampften und zischten die Barbecues, und über die Köpfe donnerten die Killerjets hinweg. Auf der Air Base war die Crew der B-29 »­Enola Gay« trainiert worden, jenes Schmuckstücks des US-amerikanischen Kriegskomplexes, aus dem die erste der zwei Atombomben auf Japan herunterfallen würde. Ein Museum erinnert stolz daran.

Luxemburg ist zweifellos ansehnlicher als Nevada. Aber selbst im Land der Waffennarren, in den Staaten, käme niemandem in den Sinn, auf Banknoten menschheitsverbrecherisches Tötungsgerät abzubilden. Nicht mal die Nazis taten das. In Luxemburg, einem kriminellen Soziotop, das zum Beispiel den bekennenden Lügner und Geldgauner Jean-Claude Juncker hervorbrachte, geht das.

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Seit einiger Zeit sucht die EZB nach neuen Motiven für die hässlichen Euro-Scheine. Bis dato eingegangen waren Vorschläge mit Künstlern, Wissenschaftlern, Vögeln und Flüssen. Nun kam die luxemburgische Verteidigungsbehörde aus der kalten Küche und präsentierte auf Facebook sechs von der, natürlich, KI ausgespuckte Motive: Flugzeuge, Panzer, Satelliten und, als Krönung, das Sturmgewehr von Heckler & Koch – und erklärte, »in für soziale Netzwerke geeigneten Formaten für die konkreten Herausforderungen der europäischen Verteidigung zu sensibilisieren«.

Das Europa der perversen Technokraten gehört zackig abgerissen und planiert. Hello Russ’, du übernimmst?

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Erschienen in der Ausgabe vom 03.08.2026, Seite 3, Ansichten

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