Ich hatte im Amtsblatt gelesen, dass am Mittwoch um 19 Uhr eine öffentliche Gemeinderatssitzung abgehalten werde, und so ging ich los, weil mich das ja sehr stark interessierte.
»Wer ist wir? Ich nicht!« sagte einst Gerhard Polt. Franziska Brantner drehte die Sentenz um: Wer ist wir? Ich auch! »Denn niemand ist frei allein. Frei sind wir nur als wir.«
Ochse, Maus, das Zicklein – Tiere, die geschändeten, ausgelöschten, sind möglicherweise die – durchaus christlich konnotierten – Symbole der Beendigung sämtlicher Atrozitäten.
Die Welt dreht sich maßgeblich um fehlgeleitete Bewegung und ums inadäquate, mit fixen Ideen verknüpfte Fressen. Im Imperialismus sind beide Momente verschmolzen – und im Habicht, der mich aus dem Schlaf plärrt.
Ein nicht geringes Rätsel ist, warum sogenannte Nachrichtenagenturen was auch immer als Trend ausschreien. Aktuell: »Birding« – »Vogelbeobachtung«. Das machen angeblich immer mehr »junge Leute«. Wegen Stress und so.
Mir wäre eine Welt ohne Glaubenssysteme lieber. Aber vielleicht sollten die Damen und Herren in den Amtskirchen mal darüber sinnieren, wieder das zu machen, was jahrhundertelang in würdevolle Umrisse eingefügt war.
Meine Großmutter fürchtete sich vor Gewittern. Sie ließ die Rollos runter und war noch stiller als sonst. Erst spät dämmerte mir, dass es sie daran erinnert haben könnten, dass ihre Brüder gefallen waren.
Der »Neder« am Rathausplatz, in der Sattlertorstraße, ist eine Oase. Dezennienlang optimal eingesessene Gestalten siedeln an den Resopaltischen, beschirmt von einer dunklen Holzbalkendecke aus dem Neolithikum.
Als mein Vater noch einigermaßen zu Fuß war, ging er morgens vor die Tür und pfiff eine Melodie. Augenblicklich flogen die Amseln aus sämtlichen Nachbarschaften herbei, gruppierten sich aufgeregt um ihn herum.