Ich bin nie für Spanien gewesen. Egon Friedells »Kulturgeschichte der Neuzeit« hat mich in der Spaniensache imprägniert. Das war jetzt allerdings nebensächlich. Die ritterlichen, beherrschten »Iberer« (Oliver Schmidt) wehrten sich geschickt und beherzt.
Die Auseinandersetzung um den dritten Platz war bekanntlich und »keineszweifels« (Christina Graf) ein Riesenvergnügen – Kirmesfußball, Scheibenschießen, Büchsenwerfen, Freikegeln, ein Comic in bewegten Bildern, genaugenommen: Eishockey.
»Nicht bloß Sport gucken, Sport treiben!« dekretierte die schöne Frau. Wir fuhren nach Abenberg. Im Naturbadeweiher drehte sie ihre Runden. Danach fühlte sie sich federleicht und fetafrisch.
Krempel aus den Fächern Philosophie und Literaturwissenschaft hat einen Sitz in meinem Schädel, tut mir leid. Und die englischen Einsprengsel mögen als parodistische Reaktionen auf den zumal telemedial beförderten kulturellen Verfall interpretiert werden.
Der Beweis ist seit langem erbracht: Medienkritik verfängt nicht. Die Unflatemittenten, die die sie tadelnden Interventionen tatsächlich lesen, stümpern genau deswegen mit Fleiß so weiter.
Walter van Rossum war von den Kölnern vor einiger Zeit rausgeschmissen worden, weil er die Denunziationspraktiken im größten Funkhaus Europas öffentlich analysiert und überdies ein brillantes Buch über den untadeligen Herrn Drosten geschrieben hatte.
Wir waren bei Udo in Fürth. Udo ist ein Geschenk – ein Kunstsammler und -förderer, ein anarchistischer Medizinalrat, eine inkommensurabel generöse Seele. Er war mit Johannes Grützke befreundet.
Jens Lehmann spielt die Leere im platten Fußballimbus, indem er sie ausleuchtet und dadurch in eine neue, eine schopenhauerische Leere hineinschubst. Er hat auf nichts Bock. Er ist ein Punker.
Ist ein paar Lesern aufgefallen, dass mir in diesem Sammelsurium aus Tagebuchschnipseln, Perzeptionssplittern, Generalerwägungen, Reminiszenzen und anderweitigem Schrott kein Wörtlein zu meinem Spezi Johannes B. Kerner entfleucht ist?
Ein Residuum in meinem Seelenhaushalt verlangt nach wie vor nach geschichtlichen Exkursionen, lebensgeschichtlichen Vergewisserungen, Auffrischungen. Mit eminentem Wohlgefühl schaute ich beispielsweise die »WM-Geschichten« auf Phoenix.
Auf der Suche nach der verlorenen Weisheit werde ich in der öffentlichen Sphäre, im Raum des politmedialen Verkehrs, nicht mehr fündig. Jüngere können das nicht wissen, sofern sie sich nicht auf Youtube nach altem Zeug umschauen.
Ich habe die Punks der achtziger Jahre außerordentlich gemocht. Sie waren der letzte lebenspraktische Ausdruck der Arbeiterklasse. Sie trugen den Omis die Einkaufstüten heim. Sie kloppten sich nie.