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Ein souveräner Sieg
Der FC Barcelona gewinnt zum 13. Mal die Champions League im Herrenhandball
Der eine Däne zündete sofort, der andere zu spät: 38 Sekunden nach Anpfiff hatte sich Mathias Gidsel von den Füchsen Berlin nach einem Doppelpass mit Lasse Andersson frei und zentral an den Kreis gespielt – aber schon den ersten Wurf nahm ihm Barcelonas Schlussmann Emil Nielsen weg. Die erste von insgesamt 14 Paraden, mit denen Nielsen erheblich dazu beitrug, dass der Turnierfavorit am frühen Sonntag abend in Köln einen souveränen Finalsieg (37:34; 20:16) feierte, und damit zum nunmehr 13. Mal die Champions League im Handball für Männer gewann.
Nielsen, der im Sommer zu Veszprém nach Ungarn wechseln wird, sagte nach dem Spiel: »Unsere Abwehr war extrem stark. Die Berliner Spieler hatten keinen einzigen einfachen Wurf, und ich konnte einige Paraden zeigen.« Die katalanische Defensive hatte den deutschen Vizemeister vor allem in der ersten Halbzeit gut im Griff – Welthandballer Gidsel netzte nur zwei Mal ein. Dazu fehlte es an der Präzision, die es braucht, um Barcelona wirklich gefährlich zu werden. Vor allem, wenn Letztere, wie Dyn-Kokommentator Stefan Kretzschmar anmerkte, »die perfekte Halbzeit« hinlegten. Tim Freihöfer warf im ersten Durchgang zwei Siebenmeter an die Latte; im Sieben-gegen-Sechs in der 20. Minute verlor Berlin den Ball und Barça erhöhte mit Wurf ins leere Tor auf 13:9. Mit Vier-Tore-Differenz ging es auch in die Kabine.
Aus der kamen die Reinickendorfer besser zurück. Das half, um die Partie wieder offener zu gestalten. Berlin klaute zwei Bälle hintereinander, scheiterte dann aber wieder an Nielsen, der drei Würfe von außen in Folge parierte. Das Team von Trainer Nicolej Krickau konnte Barcelona zwar mit einer überraschend offensiven 3-3-Verteidigung irritieren, aber nicht bewirken, dass der Angriff um den stark aufgelegten Kreisläufer Luís Frade (sieben Tore) länger ins Stocken geriet.
Vergangenes Jahr war Coach Antonio Ortega mit seiner Mannschaft im Halbfinale an Magdeburg gescheitert; damals flogen gleich drei Katalanen mit Rot von der Platte. Auch diesmal musste einer vorzeitig runter: Ludovic Fabregas sah in der 46. Minute nach Griff an den Wurfarm Gidsels die Rote Karte. Eine harte Entscheidung, mit der sich die Schiedsrichter die Linie für eine noch härtere vorgaben: In der 54. wurde auch Füchse-Kapitän Max Darj nach einer ähnlichen, allerdings nicht ganz so ruppigen Aktion disqualifiziert.
Der spanische Rekordmeister hatte sich erst in der Verlängerung am Sonnabend abend gegen Aalborg aus Dänemark durchgesetzt. Müder werdend pirschten sich die Füchse an einen möglichen Ausgleich heran. Gidsel hatte in der zweiten Halbzeit zugelegt und sechs Mal getroffen. Bei zwei Toren Rückstand war es dann aber der Rückraumstar, der mit einem Fehlpass den Gegenstoß von Barcelona einleitete, das auf 36:33 erhöhen konnte und damit den Deckel auf die Partie machte.
Für die Füchse ist es damit die zweite Finalniederlage in Folge, auch wenn mit dem Halbfinalsieg über Magdeburg tags zuvor (40:35; 19:17) die Revanche geglückt war. Meister Magdeburg schlug am Sonntag nachmittag Aalborg mit 32:26 (17:11) und wurde Dritter.
Mit dem Final Four in Köln endet die Handballsaison, in der es auch Überraschungen gab: Die HSG Blomberg-Lippe krönte sich Ende Mai das erste Mal in der Vereinsgeschichte zum Meister der Frauen. Die Ostwestfalinnen setzten sich gegen den BVB Dortmund durch, der das erste Meisterschaftsspiel für sich entschied und in der zweiten Begegnung den Sieg und damit den vorzeitigen Titelgewinn Sekunden vor Schluss aus den Händen gab. Im dritten und letzten Spiel hieß es dann 30:26 (13:12) für Blomberg.
Zurück in der ersten Liga ist der HC Leipzig. Nach Insolvenz und Zwangsabstieg in die Drittklassigkeit 2017 kehrt der 15fache DDR-Meister und sechsfache bundesdeutsche Meister im Hallenhandball zurück, und sorgt dafür, dass in Leipzig weiterhin erstklassig gespielt wird. Denn die Herren vom SC DHfK müssen nach elfjähriger Erstligapräsenz als Tabellenletzte runter. Der Neustart wird kein leichter, plante man in Leipzig doch langfristig mit dem Europapokal.
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