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Sichere Stadien
In der vergangenen Saison haben Polizei und Law-and-Order-Politiker die Daumenschrauben weiter angezogen. Deeskalation? Nie davon gehört. Repression ist an der Tagesordnung. Das ist nicht nur ein Problem des Fußballs, sondern der Gesellschaft generell. Und wenn heute noch jemand am Sonnabend nachmittag auf der Couch sitzt und beim Schauen der »Sportschau« darüber fabuliert, dass es mit den Fußballfans schon die Richtigen trifft – der wird spätestens bei der organisierten Demonstration gegen Mieterhöhungen merken, dass derartiges polizeiliches Handeln auch ihn jederzeit treffen kann. Dafür spricht auch die immer weitere Verschärfung der Polizeigesetze der Länder. Die Auswirkungen werden alle Teile der Gesellschaft zu spüren bekommen.
Viele Fanszenen haben auch zur Gegenwehr Fanhilfen gegründet, die Fußballfans bei rechtlichen Problemen mit der Polizei unterstützen. Die überwiegende Anzahl dieser lokalen Initiativen hat sich im »Dachverband der Fanhilfen« organisiert. Der veröffentlicht seit einigen Jahren zum Ende jeder Saison einen Katalog an besonders erwähnenswerten Beispielen des polizeilichen Umgangs mit Fußballfans. Es wird niemanden wundern, dass es sich dabei zumeist um schikanöses Verhalten und Polizeigewalt handelt.
In diesem Jahr wurde festgestellt, dass nicht nur die Anzahl der gemeldeten Fälle gestiegen ist, sondern auch die Intensität. Dabei fällt auch auf, dass selbst bis in die Niederungen des Amateurfußballs Ereignisse gemeldet wurden. Von Schikanen bei Champions-League-Spielen über DFB-Pokalspiele bis hin zu Spielen in der 6. Liga ist alles dabei, auch wieder vermehrt durchgeführte Öffentlichkeitsfahndungen oder Hausdurchsuchungen bei Zeugen. Wo gibt es das alles eigentlich so gehäuft wie im Fußballkontext? Und das in einer Zeit, in welcher nach den eigenen Zahlen der Polizei die Stadien nicht nur sicher sind, sondern die Gewalttaten trotz steigender Zuschauerzahlen sogar rückläufig sind. Es scheint, als wolle man die Zahlen nach oben treiben, um in absehbarer Zeit eine Begründung für weitere Repressalien oder Gesetzesverschärfungen zu haben. Eine sehr durchsichtige Absicht, wie man parallel zur Bundesinnenministerkonferenz besonders betonen muss.
Wir Fußballfans und Fananwälte werden auch künftig nicht müde werden, alle Fälle zu dokumentieren und diese Entwicklung zu kritisieren.
»Sport frei!« vom Fananwalt.
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
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