Placebo waren am Montag abend in Leipzig und feierten 30jähriges Bandbestehen. In ausverkauftem Haus wohlgemerkt, aber viel mehr wären bei den saftigen Ticketpreisen – von 80 Euro aufwärts – wohl eh nicht gekommen.
Auch wenn die Kuba-Solidarität alles andere als bibliophob ist, tut sich die Buchwirtschaft schwer mit Lektüre über den sozialistischen Inselstaat. Matthias Gutsch hat mit seinem Reisebericht Verlage gleich ganz umgangen.
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Wenn Ann Cotten ihren neuen Sammelband »Poller« mit »Idyllen« untertitelt, dann stehen gleich drei Hinweise darauf auf dem Buchdeckel, dass es sich hier nicht um literarische, waldwärts gewandte Naturausflüchte handelt.
Wer überprüfen will, ob Opa die Wahrheit gesagt hat mit dem Widerstand gegen’s Hakenkreuz oder wenigstens der inneren Emigration damals und den zwei, drei Jüdinnen und Zwangsarbeitern, bei denen er was gut hatte, der ist grad eifrig dabei, den Spiegel zu abonnieren.
Der Käfer, der wider Kafkas Willen auf etlichen Deckeln von »Die Verwandlung«-Ausgaben gelandet ist, hat es auch auf das Cover von Luca Kiesers »Simsalabim, Simon Brenner« geschafft.
Die Insel in »Erinnern an uns« spuckt immer mehr Leichen aus, bis irgendwann auch öffentlich das Wort »Genozid« in den Mund genommen werden muss. Rick Luperts neuer Roman widmet sich der Frage nach dem Umgang mit kolonialer Geschichte.
Zeitphänomen Electric Callboy sind deutscher Exportschlager, der sich trefflich vor fünf Jahren umbenannte, weil man nicht mehr mit dem alten Bandnamen Eskimo Callboy diskriminieren wollte.
Endlich sagt’s mal einer: »In unserer Phantasie, das heißt im Internet, gibt es fast nur entsetzliche Orte.« – Clemens J. Setz’ neuer Erzählband »Mein Leben als Noiseband«.
Auch wenn die Deutsche Bahn ihr Bestes tat, um eine Teilnahme zu verhindern, stand am vergangenen Wochenende wieder das Metal- und Hard-Rock-Festival Alcatraz im belgischen Kortrijk an.
2022 ging Left to Die als Deaths zweitem Album »Leprosy« (1988) Tribut zollende Supergroup an den Start, bestehend aus Matt Harvey (Exhumed, Gruesome), Gus Rios (Gruesome), Terry Butler (Obituary) und Rick Rozz (Massacre).
Hannes Bajohr und Ann Cotten haben einen Sammelband herausgegeben, mit dem sie den »schreibmedialen Schwellenmoment« reflektieren wollen »nach der Einführung großer Sprachmodelle, vor ihrer völligen lebensweltlichen Normalisierung«.
Als 2024 mit »Death Is Little More« der dritte Langspieler von Boundaries herauskam, hatte dessen Shouter Matthew McDougal gegenüber dem Onlineportal The Noise den vierten natürlich noch nicht im Blick.